Interview: Jörn Kehle, Redakteur elektro AUTOMATION
elektro AUTOMATION: Herr Dr. Link, wer hatte die Idee zu Adamos und wie wurden die Partner ausgewählt?
Dr. Marco Link: Die in Adamos vertretenen globalen Marktführer aus dem Maschinen- und Anlagenbau, allesamt mittelständisch geprägt, haben nach einem Digitalisierungspartner aus der Softwarebranche gesucht, der auf Augenhöhe handelt und sich nicht als digitaler Herausforderer des Maschinenbaus aufspielt. Dürr und DMG Mori haben deshalb die Software AG als Technologieexperten ausgewählt, um gemeinsam eine offene, herstellerneutrale Plattform für das Industrial Internet of Things (IIoT) aufzubauen. Im weiteren Gründungsprozess sind dann Zeiss und ASM PT hinzugekommen. Mit der Adamos GmbH ist somit ein Innovationstreiber für den Maschinen- und Anlagenbau entstanden, in dem alle Partner auf Augenhöhe kooperieren und sich vertrauensvoll austauschen können. Der Grundsatz lautet deshalb auch ‚Vom Maschinenbau für den Maschinenbau‘. Getreu dem Credo ‚gemeinsam erdacht und für den weltweiten Maschinenbau gemacht‘ zeigen die Partner den Gestaltungswillen und internationalen Gestaltungsanspruch beim Thema Industrie 4.0 und IIoT.
elektro AUTOMATION: Was sind die konkreten Ziele von Adamos und welche Vorteile ergeben sich durch die Neugründung für den Maschinen- und Anlagenbau?
Link: Unser Ziel ist es, dass Adamos der neue IIoT-Standard im Maschinen- und Anlagenbau wird. Unser Angebot ist speziell auf die Bedürfnisse des Maschinen- und Anlagenbaus und seiner Kunden zugeschnitten. Als offene und herstellerneutrale Plattform eröffnen wir dem mittelständischen Maschinen- und Anlagenbau den Weg in die Welt der digital vernetzten Produktion und zu Smart-Services rund um die Produkte. Die Adamos GmbH wird dabei keinen direkten Endkundenzugang haben. Jeder Partner vermarktet und nutzt das Adamos-Angebot in eigener Regie über seinen digitalen Marktplatz und unter eigener Marke bei seinen Kunden. Die Adamos-Partner erhalten somit auf der einen Seite den Zugang zu führender Technologie und behalten auf der anderen Seite vor allem die Kontrolle über ihre Daten beziehungsweise die Kundendaten.
elektro AUTOMATION: Adamos stellt sich einerseits als Plattform für das Industrial Internet of Things (IIoT) auf, andererseits will man mit der ‚App Factory Alliance‘ Branchen-Know-how bündeln. Soll hier auf Dauer eine Art ‚App Store‘ entstehen, in dem auch Dritte Apps anbieten können?
Link: Die Adamos App Factory ist viel mehr als ein einfacher App Store oder digitaler Marktplatz für Apps. Die App Factory bündelt das technologische Know-how der Partnerunternehmen und fungiert als eine Entwicklungsumgebung, in der gemeinsame Technologiestandards schnell und effizient weiterentwickelt und in konkrete Services überführt werden. Die Adamos App Factory ist somit eine technologische Kooperation von Maschinen- und Anlagenbauern. Gemeinsam entwickeln wir Technologien und Know-how für die Fabrik der Zukunft. Vorherrschend ist der Innovationsgedanke – Maschinenbauer lernen voneinander. Gemeinsame Entwicklungen von Apps reduzieren zudem individuelle Kosten – und in der vernetzten Welt ist Skalierbarkeit schließlich das A und O. Mittelfristig sollen auch ‚Dritte‘ die Möglichkeit erhalten, Applikationen auf Adamos anbieten zu können. Die Plattform lebt von der Offenheit, auch in diese Richtung.





