Kazunobu Shinoda, Business Development Manager, Beckhoff Automation Japan
1. Steuerungstechnik erleichtert Datenerfassung 2. IoT-Technologie macht Anlagenzustand transparent 3. Großanlagen erfordern präzise Synchronisation 4. Schnelle Prozesssteuerung erhöht Effizienz 5. Anwender konfiguriert Anlage softwaregestützt
Servopressen der japanischen Aida Engineering Ltd können eine Umformkraft von mehr als 3000 Tonnen aufbauen – doch die insbesondere in der Automobilindustrie eingesetzten Stahlbleche mit hoher Zugfestigkeit erfordern gleichwohl eine exakte Geschwindigkeitsregelung, um eine sehr präzise Verarbeitung zu ermöglichen. Das gilt insbesondere für eine neue Servopresse in Tandem-Ausführung, die auch komplexe Geometrien in kurzer Zeit formen kann.
Steuerungsseitig setzt Aida deswegen bei Servopressen im mittleren und hohen Leistungsbereich auf Industrie-PCs (IPCs), die Automatisierungssoftware Twincat 3 sowie Ethercat-I/O-Klemmen der Beckhoff Automation GmbH & Co. KG aus Verl. Deren PC-basierte Steuerungstechnik kommt auch bei den Transfereinheiten zum Verbinden mehrerer Pressen zum Einsatz – und legt die Basis für das Internet of Things (IoT).
Steuerungstechnik erleichtert Datenerfassung
Aida gehört nach eigener Aussage zu den Pionieren bei der Entwicklung von IoT-Systemen – hier seien die Echtzeit-Ethernet-Technologie Ethercat und Beckhoff-Komponenten laut Sotoyuki Kaneko, Leiter der Abteilung System Control bei Aida, starke Katalysatoren der Innovationen. Ein Beispiel ist das auf Microsoft Azure basierende System Aicare (Aida Information Care), das wichtige Daten der Presse wie Produktqualität, Betriebsparameter und Wartungsinformationen überwacht und visualisiert. Um die Formteilqualität analysieren zu können, müssen multiple Daten zeitlich synchron und nacheinander erfasst werden.
Aicare realisiert die Erfassung der Daten mit Hilfe der Distributed Clocks von Ethercat. Da hierüber alle Daten mit einem Zeitstempel versehen und gut strukturiert sind, lässt sich die Formteilqualität jedes Pressenhubs später leicht analysieren. Hierbei kommt ein Verfahren des Machine Learning (Support Vector Machine, SVM) zur Anwendung, was laut Kaneko mit der PC-basierten Steuerung von Beckhoff einfach zu realisieren war.
IoT-Technologie macht Anlagenzustand transparent
Weiterhin kann sich der Anwender über Microsoft Azure auf der Aicare-Webseite Betriebsinformationen sowie Daten zu Temperatur und Energieverbrauch anzeigen lassen. Autorisierte Personen bekommen außerdem etwaige Warn- und Fehlermeldungen zugeschickt. „Aicare profitiert ebenfalls enorm von der Echtzeit-Kommunikation mit Ethercat und der PC-basierten Steuerungstechnik, denn diese Komponenten ermöglichen die problemlose Integration mit Cloud-Diensten wie Microsoft Azure und damit die Nutzung fortschrittlicher IoT-Technologie“, fährt Sotoyuki Kaneko fort.





