Interview: Tobias Meyer, freier Mitarbeiter der elektro AUTOMATION
elektro AUTOMATION: Visualisierung ist kein neues Thema, jeder hat schon in der Schule gelernt, wie man aus Excel-Tabellen Diagramme erzeugt. Was machen Sie anders?
Wolfgang Kobek (Qliktech): Hintergrund ist: Mit Excel-Dateien ist es längst nicht mehr getan. Die Anzahl der Datenquellen und -formaten nimmt ständig zu – und die große Herausforderung ist, all diese Daten auf einer gemeinsamen Oberfläche miteinander in sinnvolle Beziehungen zu setzen. Wir sprechen hier von Kunden- und Lieferantendaten, von Echtzeit-Maschinendaten, Social-Media-Inhalten, News-Feeds oder auch soziodemografischen und vielen anderen Daten. Den wahren Geschäftswert dieser Informationen zu entdecken und Rohdaten in echte Handlungsoptionen zu transformieren, ist das Ziel. Auf dem Weg dorthin ist verständliche Visualisierung ein entscheidender Aspekt. Das optische Veranschaulichen von Daten ist der Schlüssel zu deren Verständnis. Statische Balken- oder Tortendiagrammen helfen hier zwar schon ein Stück weiter. Wenn Daten aber über Standorte, Artikelgruppen oder den Zeitablauf hinweg visualisiert werden sollen, sind dynamische Elemente angezeigt, die unter anderem auch mit Form- und Farbgebung Zusammenhänge plastisch machen – und auf Veränderungen in der Datengrundlage umgehend reagieren. Dafür sind beispielsweise interaktive Dashboards sehr gut geeignet. Daten und die darin enthaltenen Erkenntnisse müssen kommunizierbar sein, eine schnelle und solide Bewertung erlauben sowie rasch verständlich sein – auch und gerade unternehmensübergreifend. Kurz: Es braucht nicht jeder ein Data Scientist zu werden, um sinnvoll mit digitalen Informationen zu arbeiten.
Wie das Industrial Internet of Things (IIoT) Daten nutzbar macht
elektro AUTOMATION: Wo bietet sich eine Visualisierung an? Nur im Executive-Meeting oder auch auf dem Shopfloor?
Kobek: Wir verstehen Datenanalyse und -visualisierung immer zusammen: Nur so behält man im Blick, dass Daten im besten Fall von Anfang an auf eine optimale Entscheidungsgrundlage zielen. Da ist das Shopfloor-Management keine Ausnahme. Wenn ein Produktionsleiter in Echtzeit Maschinendaten im Vorbeigehen mit seinem Tablet analysieren kann und der Tablet-PC dabei erkennt, vor welcher Maschine der Produktionsleiter steht, hat das viele Vorteile: Man spart nicht nur Zeit und Wege, auf denen man sonst vielleicht noch ausgedruckte Excel-Tabellen mitnehmen müsste. Vielmehr gibt es durch die dynamische Datenanalyse und -visualisierung Echtzeit-Einblicke in Auslastungsgrade, Lieferketten, Rohstoff- und Materialbewegungen, Verschleißsignale, Kapazitätsgrenzen und so weiter. Optimiertes Supply-Chain-Management oder Predictive Maintenance sind nur zwei konkrete Verbesserungen, die sich aus solchen Erkenntnissen ziehen lassen. Das ist bares Geld wert.





