Nach etwa 2.000 Lade- und Entladezyklen – entsprechend rund 300.000 gefahrenen Kilometern und einer Nutzungsdauer von acht bis zehn Jahren – verlieren Traktionsbatterien elektrischer PKW wirtschaftlich an Attraktivität. Die verringerte Ladekapazität reduziert die Reichweite messbar, sodass ein weiterer Einsatz im Fahrzeug kaum noch rentabel ist. Experten prognostizieren, dass bis 2030 weltweit rund 3 Millionen Tonnen Altbatterien aus Elektrofahrzeugen zum Recycling anstehen werden. Dieser Volumenzuwachs stellt die Branche vor erhebliche logistische und prozesstechnische Herausforderungen.
Batterien mit einer Restkapazität von circa 80 Prozent qualifizieren sich dabei zunächst für ein Second-Life-Szenario, etwa als stationäre Energiespeicher in Batteriefarmen zur Netzstabilisierung oder zur Pufferung erneuerbarer Energien. Erst danach folgt der eigentliche Recyclingprozess, bei dem Materialien wie Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan zurückgewonnen werden. Für beide Stufen – Second Life und Recycling – ist eine wirtschaftliche, sichere Demontage der Batteriepacks und -module Voraussetzung.
Festo adressiert diesen Bedarf laut Hannover Messe News mit modularen Automatisierungskonzepten, die den gesamten Batterie-Lebenszyklus abdecken: von der Zellproduktion über die Montage von Batteriemodulen und Packs sowie die Plattformintegration bis hin zur Demontage und Materialtrennung. Der Ansatz ist modular ausgelegt, was angesichts der hohen Variantenvielfalt bei Batterieformaten und -chemien eine wesentliche Anforderung darstellt. Unterschiedliche Zellformate – zylindrisch, prismatisch oder als Pouch-Zelle – sowie variierende Modulkonstruktionen erfordern flexible Greif-, Handhabungs- und Fügetechnik.
Aus automatisierungstechnischer Sicht ist die Demontage komplexer als die Montage: Verschraubungen können korrodiert sein, Klebeverbindungen variieren in ihrer Festigkeit, und der Zustand einzelner Zellen ist vorab oft unbekannt. Sicherheitsrelevant ist zudem der Umgang mit beschädigten oder tiefentladenen Zellen, die thermische Ereignisse auslösen können. Automatisierte Systeme müssen daher Sensorik zur Zustandsbewertung integrieren und entsprechende Sicherheitskonzepte umsetzen – etwa durch kontrollierte Entladung vor der mechanischen Demontage.
Die Automatisierung der Demontage bietet gegenüber manuellen Prozessen Vorteile hinsichtlich Durchsatz, Reproduzierbarkeit und Arbeitssicherheit. Mit steigendem Volumen an Altbatterien wird die Wirtschaftlichkeit automatisierter Recyclinglinien weiter zunehmen. Festo positioniert sich mit seinem Portfolio aus Pneumatik, Elektrik, Handling-Systemen und zugehöriger Steuerungstechnik als Systemlieferant für dieses wachsende Marktsegment – und schließt damit den Kreis von der Produktions- zur Recyclingautomation.
Quelle: Hannover Messe News – https://www.hannovermesse.de/de/news/news-fachartikel/das-ende-eines-akkus-ist-erst-der-anfang





