Interview: Jörn Kehle, Redakteur elektro AUTOMATION
elektro AUTOMATION: Wie stellt sich Balluff den Anforderungen der Digitalisierung?
Florian Hermle (Geschäftsführer Balluff): Industrie 4.0 lebt davon, dass wir durch mehr Daten bessere Entscheidungen treffen können. Durch das Vernetzen von Daten können ganz andere Erkenntnisse abgeleitet werden und genau hier leisten auch wir unseren Beitrag.
elektro AUTOMATION: Worin sehen Sie bei Balluff Ihre Aufgabe?
Hermle: Wir sehen es als unsere Aufgabe, für die Daten, die unsere Produkte an der Maschine generieren, mehr Verantwortung zu übernehmen und durch Datentransport und Auswertung bei den Kunden Mehrwerte zu schaffen. Für uns geht es darum, Daten auf allen Ebenen zu aggregieren und bereitzustellen. Genau da müssen wir sowohl im reinen Software- aber auch im Hardwarebereich klassische Edge-Gateway-Produkte und Edge-Computing-Lösungen anbieten und entwickeln. Für dieses ganzheitliche Portfolio haben wir im vergangenen Jahr die Unternehmen innovative software services (ISS) und Matrix Vision in die Balluff-Gruppe integriert. Ihr Know-how wird uns helfen, die großen Wachstumschancen der Digitalisierung besser und schneller zu nutzen und unser Portfolio im Bereich der Hard- und der Software zu erweitern.
elektro AUTOMATION: Übernimmt ISS in der Balluff-Gruppe künftig die Funktion des internen Software-Spezialisten?
Hermle: Wir haben ISS im letzten Jahr in die Unternehmensgruppe integriert, um unsere Digitalisierungskompetenz zu stärken. Wir arbeiten jetzt in einem gemeinsamen Softwarekompetenzzentrum, in das beide Unternehmen ihr Know-how gleichermaßen einbringen. Die ISS steuert dabei ihr Wissen auf dem Bereich der Softwareimplementierung und der Softwareentwicklung bei. Dabei setzen wir auf eine offene und modulare Plattform für das Ökosystem des Industrial Internet of Things.
elektro AUTOMATION: Welche Rolle spielen im Portfolio Edge- und Cloud-Computing?
Hermle: Wir haben vor zehn Jahren den Bereich der Netzwerktechnik aufgebaut und schon früh damit begonnen, die gewonnenen Daten auf eine höhere Ebene der Verwertbarkeit zu bringen. Jetzt sind wir soweit, dass wir sie auch in den Unternehmensnetzwerken zur Verfügung stellen können: Wir bewegen uns also vom Feldbus zum klassischen Ethernet. Dadurch haben wir die Möglichkeit, die Daten einerseits auf Firmenplattformen zur Verfügung zu stellen, aber andererseits auch in den wichtigen Cloud-Lösungen. Die Kompetenz von Balluff ist es dabei, Daten zu aggregieren und bereitzustellen. Und deshalb wollen wir sowohl im reinen Software- als auch im klassischen Hardware-Bereich Edge-Gateway-Produkte und Edge-Computing anbieten und entwickeln.





