Die Bertrandt AG und Bosch Rexroth haben eine Zusammenarbeit vereinbart, die Kompetenzen in industrieller Bildverarbeitung, KI-gestützter Automatisierung und Engineering bündelt. Operativ eingebunden ist die evopro systems engineering AG, eine Tochtergesellschaft der Bertrandt AG, die ihr Fachwissen im Bereich Systems Engineering in die Partnerschaft einbringt. Ziel ist die Entwicklung einer offenen Plattform für intelligente Industrieanwendungen der nächsten Generation.
Der Schritt ist industrieökonomisch bemerkenswert: Bosch Rexroth gehört zu den global führenden Anbietern von Antriebs- und Steuerungstechnik und verfügt mit seinem ctrlX AUTOMATION-Ökosystem bereits über eine etablierte offene Softwareplattform für industrielle Steuerungsaufgaben. Bertrandt wiederum ist als Entwicklungsdienstleister mit tiefem Branchenwissen in der Fahrzeug- und Industrietechnik positioniert. Die Kombination beider Kompetenzen adressiert eine wachsende Nachfrage nach integrierten, KI-fähigen Automatisierungslösungen in der produzierenden Industrie.
Im Fokus der Kooperation steht unter anderem industrielle Bildverarbeitung – ein Segment, das laut Marktbeobachtern weltweit zweistellige Wachstumsraten verzeichnet. Machine-Vision-Systeme sind in modernen Fertigungslinien zunehmend für Qualitätssicherung, Objekterkennung und robotergestützte Montage unverzichtbar. Die Integration von KI-Algorithmen in diese Systeme steigert deren Flexibilität erheblich, da sich Modelle auf veränderte Produktvarianten anpassen lassen, ohne aufwändige Neuprogrammierung.
Das Konzept der offenen Plattform ist dabei ein strategisch relevantes Merkmal: Proprietäre Insellösungen gelten in der Industrie zunehmend als Hindernis für Skalierbarkeit und Interoperabilität. Offene Architekturen – etwa auf Basis standardisierter Schnittstellen wie OPC UA oder herstellerneutraler Laufzeitumgebungen – ermöglichen es Anwendern, Komponenten verschiedener Lieferanten zu integrieren und Automatisierungslösungen schrittweise auszubauen. Bosch Rexroths ctrlX-Plattform folgt genau diesem Ansatz und bietet mit einem App-basierten Modell eine flexible Erweiterbarkeit.
Für den Markt der Automatisierungstechnik ist die Partnerschaft ein weiteres Indiz dafür, dass Systemintegrations-Know-how und Softwarekompetenz gegenüber reiner Hardwarelieferung an Gewicht gewinnen. Engineering-Dienstleister wie Bertrandt positionieren sich dabei gezielt als Brückenbauer zwischen Technologieplattformen und spezifischen Industrieanwendungen – ein Modell, das insbesondere mittelständischen Fertigungsunternehmen zugutekommen kann, denen eigene Kapazitäten für die Entwicklung komplexer KI-Automatisierungslösungen fehlen.
Konkrete Anwendungsfelder oder Referenzprojekte nannte die Pressemitteilung zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Die weitere Ausgestaltung der Kooperation – etwa hinsichtlich gemeinsamer Produktentwicklung, Vertriebskanäle oder Zielindustrien – bleibt abzuwarten. Dennoch signalisiert die Partnerschaft eine strukturelle Tendenz: Die Grenzen zwischen Automatisierungshardware, Softwareplattform und Engineering-Dienstleistung verschwimmen zunehmend, während integrierte Lösungsangebote für KI-gestützte Produktionsumgebungen zur Markterwartung werden.
Quelle: presseportal Themen: Automatisierung – https://www.presseportal.de/pm/14016/6365497





