Analoge Prozessgrößen wie Temperatur, Druck, Durchfluss oder Drehzahl stellen in sicherheitsrelevanten Fertigungsumgebungen besondere Anforderungen an die Signalübertragung. Bihl+Wiedemann adressiert dieses Anforderungsprofil mit seinem ASi Safety-System, das analoge Eingangssignale innerhalb frei parametrierbarer Grenzwertbereiche überwacht und je nach Applikation bis SIL 3 nach IEC 62061 beziehungsweise PLe nach ISO 13849 absichert. Die Einordnung in frei definierbare Wertebereiche – etwa ob eine Temperatur einen kritischen Schwellenwert überschreitet – erfolgt dabei direkt im System, ohne zusätzliche Verarbeitungslogik in der übergeordneten Sicherheits-SPS.
Das neue Thermoelementmodul BWU4424 ist für den Einsatz auf dem AS-Interface 5-Bus ausgelegt und unterstützt Thermoelemente der Typen J, K, N, R und S. Innerhalb eines Moduls lassen sich unterschiedliche Sensortypen kombinieren, was die Flexibilität beim Einsatz in heterogenen Produktionsumgebungen erhöht. Die Übertragung der Messwerte in den Sicherheitsmonitor erfolgt nach Herstellerangaben besonders schnell, die Vorverarbeitung im Monitor entlastet dabei die übergeordnete sichere SPS. Für präzisere Messergebnisse lässt sich das Modul über einen M12-Stecker zur Kaltstellenkompensation erweitern.
Ein typisches Einsatzszenario ist die sichere Temperaturüberwachung in Industrieöfen. Dort können Temperaturwerte lokal sicher ausgewertet, zur Diagnose direkt ausgelesen und gleichzeitig hochgenau an die Leittechnik weitergegeben werden. Die vier Ports pro Modul sind in diesem Kontext ein wirtschaftliches Argument: Laut Bihl+Wiedemann ergibt sich bereits ab der Überwachung von zwei Öfen – also mit zwei Modulen für bis zu vier Messstellen – ein Kostenvorteil gegenüber bisherigen Lösungsansätzen. Dieser Skalierungseffekt dürfte insbesondere für Anlagenbauer und Systemintegratoren relevant sein, die mehrere gleichartige Prozesseinheiten absichern müssen.
Marktökonomisch steht das Modul im Kontext einer wachsenden Nachfrage nach integrierter funktionaler Sicherheit auf Feldebene. Die zunehmende Verbreitung von IEC 62061 und ISO 13849 in der Maschinenbaupraxis treibt die Nachfrage nach zertifizierten Sicherheitskomponenten, die sich ohne aufwändige Zusatzarchitektur in bestehende AS-Interface-Topologien integrieren lassen. ASi-5 als Kommunikationsstandard bietet dabei gegenüber dem Vorgänger ASi-3 deutlich höhere Datendurchsatzraten und kürzere Zykluszeiten, was für zeitkritische Sicherheitsanwendungen in der Prozessüberwachung ein relevantes Differenzierungsmerkmal darstellt. Bihl+Wiedemann ergänzt sein Portfolio zudem weiterhin um ASi-3 Safety Module für analoge Signale, um auch Bestandsinstallationen abzudecken.
Für Anwender in der Fertigungsindustrie – etwa in der Metallverarbeitung, Lebensmitteltechnik oder Chemieindustrie – bietet die Kombination aus sicherer Analogwerterfassung, direkter Diagnosefähigkeit und skalierbarer Modularchitektur einen konkreten Integrationsvorteil gegenüber separaten Sicherheitsrelais-Lösungen oder proprietären Analogeingangsbaugruppen mit nachgelagerter Sicherheitslogik.
Quelle: Bihl+Wiedemann Presse – https://www.bihl-wiedemann.de/de/unternehmen/news/newsletter/sichere-analogwerte-prozessdaten-zuverlaessig-ueberwachen-und-uebertragen-0826





