In der Automatisierungspraxis führt die Vielzahl unterschiedlicher Sicherheitssensoren und Schaltgeräte regelmäßig zu einem breiten Spektrum an spezialisierten Safety-I/O-Modulen im Schaltschrankbau. Jedes zusätzliche Modul erhöht Lagerhaltungskosten, Inbetriebnahmeaufwand und Dokumentationslast. Genau hier setzt Bihl+Wiedemann mit dem neuen, konfigurierbaren ASi-5 Safety E/A-Modul BWU4277 an, das das Unternehmen aktuell als universelle Plattform für funktionale Sicherheitsapplikationen positioniert.
Das Modul stellt bis zu 14 sichere Eingänge und 2 sichere Ausgänge bereit und erreicht damit die höchste Stufe der Kategorieleiter für Maschinensicherheit: Performance Level e (PLe) gemäß EN ISO 13849. Die sichere Eingangskonfiguration unterstützt sowohl OSSD-Signale (Output Signal Switching Device), wie sie typischerweise Lichtgitter und Laserscanner ausgeben, als auch potenzialfreie Kontakte von mechanischen Sicherheitsschaltern oder Not-Halt-Tastern – jeweils wahlweise als Standard- oder antivalente Schalterkonfiguration. Diese Flexibilität erlaubt es, ein und dasselbe Modul für unterschiedlichste Sensor- und Aktortypen zu verwenden, was die Variantenanzahl im Engineering deutlich reduziert.
Ein weiteres Merkmal des BWU4277 ist die Integration zyklischer Sicherheitsdiagnosen. Safety-relevante Statusinformationen für jeden einzelnen Ein- und Ausgang werden bereits in den zyklischen Prozessdaten mitgeliefert, ohne dass separate Diagnoseabfragen oder zusätzliche Kommunikationszyklen erforderlich sind. Für Maschinenbauer und Systemintegratoren bedeutet das eine vereinfachte Fehlersuche sowie eine lückenlosere Dokumentation des Sicherheitszustands – ein Aspekt, der im Kontext steigender Anforderungen an Maschinenrichtlinie-konforme Dokumentation an Bedeutung gewinnt.
Das Modul ist in das bestehende ASi-5 Safety-Ökosystem von Bihl+Wiedemann eingebettet und kompatibel mit den ASi-5 Safety Gateways des Unternehmens sowie den kostengünstigeren ASi-5 Safety Eingangsmodulen. Das Adressierkonzept von ASi-5 erlaubt es, mehrere sichere und Standard-Signale unter einer einzigen Teilnehmernummer zu bündeln, was die Netzwerkkonfiguration vereinfacht. Die Inbetriebnahme erfolgt laut Hersteller über ein kompaktes Handadressiergerät.
Markteinordnung: AS-Interface (ASi) hat sich in der Fabrikautomation als schlankes, installationsfreundliches Feldbussystem für Sensor-Aktor-Kommunikation etabliert. Mit ASi-5 wurde die Bandbreite auf bis zu 384 Bit Nutzdaten pro Zyklus erweitert, was auch sicherheitsrelevante Anwendungen auf derselben zweiadrigen Leitung ermöglicht. Für Maschinenbauer, die Safety-Funktionen ohne separates dediziertes Sicherheitsbussystem realisieren wollen, ist diese Integration wirtschaftlich attraktiv. Die Reduzierung auf möglichst wenige Modulvarianten – idealerweise ein Universalmodul – entspricht dem industriellen Trend zur Plattformstrategie, die Beschaffung, Lagerung und Serviceaufwand optimiert. Das BWU4277 tritt damit in direkte Konkurrenz zu spezialisierten Safety-I/O-Lösungen anderer Feldbusanbieter, die ebenfalls auf Universalkonfigurierbarkeit setzen.
Quelle: Bihl+Wiedemann Presse – https://www.bihl-wiedemann.de/de/unternehmen/news/newsletter/reduzieren-sie-variantenvielfalt-mit-einem-konfigurierbaren-asi-5-safety-e/a-modul-0426





