Bihl+Wiedemann, Hersteller von ASi-Systemkomponenten mit Sitz in Mannheim, ergänzt die OPC-UA-Funktionalität seiner ASi-5-Gateways um einen konfigurierbaren Objektbaum. Bisher arbeiteten die Gateways mit einem statischen, projektierten OPC-UA-Baum. Das neue Feature erlaubt es, den Informationsgehalt des Baums gezielt auf die tatsächlich benötigten Knoten zu reduzieren – ein Ansatz, der sowohl die Übersichtlichkeit im OPC-UA-Client verbessert als auch die Datenlast in übergelagerten Systemen reduziert.
Die Konfiguration erfolgt über die Software ASIMON360 oder die ASi Control Tools360. Per Mausklick wählen Anwender die gewünschten Knoten aus und speichern den Baum direkt im Gateway via Inbetriebnahmeassistent. Anschließend ist der benutzerdefinierte Baum über jeden standardkonformen OPC-UA-Client abrufbar – ob SCADA-System, Cloud-Plattform oder lokaler Server. Der bisherige statische Baum bleibt parallel nutzbar, was die Abwärtskompatibilität mit bestehenden Projekten sichert.
Funktional bietet der konfigurierbare Baum Lese- und Schreibzugriff auf Parameter, Indizes, Kommandos und Prozessdaten von ASi-5-Modulen. Eingeschlossen sind Condition-Monitoring-Daten sowie gezielte Wartungsbefehle, etwa das Rücksetzen von Betriebsstundenzählern. Darüber hinaus lassen sich Prozess- und Parameterdaten angeschlossener IO-Link-Devices in den Baum integrieren. Damit schließt das Gateway die Kommunikationslücke zwischen der Sensor-/Aktorebene – klassisches Domänengebiet von ASi und IO-Link – und übergeordneten IIoT-Architekturen auf Basis von OPC UA.
Aus Marktperspektive adressiert Bihl+Wiedemann damit einen anhaltenden Integrationsdruck in der Fertigungsindustrie. OPC UA hat sich als De-facto-Standard für die vertikale Kommunikation von der Feldebene bis in die Cloud etabliert; die Companion Specifications verschiedener Branchenverbände treiben die Normierung weiter voran. Gleichzeitig wächst in der Praxis der Wunsch nach schlanken, applikationsspezifischen Datenpunkten, um Datenvolumen und Browsing-Komplexität im Client beherrschbar zu halten. Ein konfigurierbarer Objektbaum direkt im Gateway – ohne zusätzliche Middleware oder Mapping-Schicht – ist eine konsequente Antwort auf diesen Bedarf.
Für Anwender, die Predictive-Maintenance-Konzepte auf Basis von ASi-5-Infrastruktur aufbauen, ist die direkte Erreichbarkeit von Condition-Monitoring-Daten über OPC UA ein praxisrelevanter Vorteil. Der Zugriff auf Betriebsstunden, Diagnosewerte und Parameterdaten einzelner Module ohne Umweg über die SPS-Applikation vereinfacht die Anbindung an Analytics-Plattformen erheblich. Bihl+Wiedemann positioniert die Funktion entsprechend als Baustein für Industrie-4.0-Szenarien und vorausschauende Wartung.
Quelle: Bihl+Wiedemann Presse – https://www.bihl-wiedemann.de/de/unternehmen/news/newsletter/opc-ua-individuell-konfigurierbarer-objektbaum-fuer-asi-5-gateways-1025





