Peter Portner, Managing Director DACH, Senseye GmbH, Essen
Inhaltsverzeichnis
1. Folgen von Downtime für Betriebe 2. Alte Wartungsprozesse sind kostspielig und ineffizient 3. Betriebe stärken mithilfe proaktiver Wartung 4. Machine Learning ermöglicht genaue Vorhersagen
Die Tatsache, dass Predictive-Maintenacne-Lösungen (PdM) längst in der Unternehmenslandschaft angekommen sind, belegt ein Ende letzten Jahres erschienene Roland-Berger-Analyse mit dem Namen „Predictive Maintentance – from data collection to value creation.“ Laut der Erhebung beschäftigen sich bereits acht von zehn Betrieben mit dem Thema Vorausschauende Wartung – Ziel ist die Verbesserung des Kosten-Leistungs-Verhältnisses ihrer Produkte, Systeme und Anlagen. Und damit nicht genug: Das Beratungsunternehmen prognostiziert dem Bereich Predictive Maintenance ein Wachstum zwischen 20 und 40 % pro Jahr bis 2022. Angesichts dieser Zahlen dürfte der Sektor wohl zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte der Zukunft im Industriebereich zählen.
Folgen von Downtime für Betriebe
Um den Umsatz zu sichern, sind Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe auf die Kontinuität ihrer Anlagen und Prozesse angewiesen. Aus diesem Grund sind Produktionsausfälle besonders kritisch. Nicht selten ziehen sie massive wirtschaftliche Folgen nach sich, deren Ausmaß sich allerdings oft erst bei genauerem Hinsehen offenbart. Die erste Konsequenz eines Maschinenausfalls ist der direkte finanzielle Verlust, der durch die Tatsache entsteht, dass zeitweise keine Waren produziert werden. Die Güter können nicht wie geplant verkauft werden und der Umsatz bleibt aus. In diesem Kontext variieren die Einbußen nach Branche und können beträchtlich sein: Eine Stunde Ausfall bedeutet nicht selten einen Verlust im siebenstelligen Bereich. Die eher „indirekten“, sekundären Folgen von Stillstandszeit sind Reputationsschäden für das Unternehmen, die sich schlecht quantifizieren lassen. Eine längere Stillstandszeit kann bereits dafür sorgen, dass sich Kunden nach neuen Herstellern umschauen und im Zweifelsfall zur Konkurrenz gehen.
Alte Wartungsprozesse sind kostspielig und ineffizient
Grundsätzlich gibt es in zahlreichen Fabriken feststehende Wartungszeiträume, die vorgeben, wann etwa Förderbänder oder Roboter inspiziert werden und somit zwecks Wartung aus dem laufenden Betrieb herausgenommen werden. Diese verbreitete Praktik ist leider aus zweierlei Gründen problematisch. Zum einen gibt es hier eine Diskrepanz zwischen der Instandhaltung und dem tatsächlichen Bedarf an Wartung. In der Praxis bedeutet dies, dass es gut möglich ist, dass eine erst vor kurzem inspizierte Maschine wegen unvorhergesehenem Verschleiß ausfällt. Der zweite Punkt ist, dass bei dieser Praktik auch Maschinen aus der Produktion genommen werden, die noch nicht gewartet werden müssen und ohne Zwischenfälle über längere Zeit funktioniert hätten. Die Kosten durch überflüssige Wartung sollten Betriebe nicht unterschätzen.





