Carsten Gregorius, Manager Strategic Product Marketing – Safety, im Geschäftsbereich Automation Infrastructure, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont
Inhaltsverzeichnis 1. Verschiedene Absicherungsmöglichkeiten 2. Einfaches Handling 3. Umfangreiche Funktions- und Diagnosemöglichkeiten 4. Komplettlösung für den Schaltschrank
Die Bezeichnung Cobot, die sich aus den beiden englischen Wörtern Collaboration und Robot zusammensetzt, bezeichnet Robotersysteme, die für ein direktes Zusammenwirken mit dem Menschen konzipiert worden sind. Insbesondere wenn sich Mensch und Roboter einen gemeinsamen Arbeitsraum ganz ohne Schutzeinrichtungen teilen, ist von Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) die Rede. Dabei handelt es sich um den Arbeitsschwerpunkt der Dahl Automation GmbH. Mit rund 30 Mitarbeitern am Standort in Meinerzhagen fungiert das Unternehmen innerhalb des Hahn Robotics Network als Kompetenzzentrum für kollaborierende Robotik und Intralogistik. Die Hahn Group wird durch ein Netzwerk aus Unternehmen für die industrielle Automatisierung, Roboterlösungen sowie fahrerlose Transportsysteme (FTS) gebildet. Sie beschäftigt etwa 1700 Mitarbeitende an 27 Standorten.
Das Portfolio von Dahl Automation beinhaltet den Vertrieb und die Integration von Cobot-Technologie unter Verwendung von Industrierobotern namhafter Hersteller wie Doosan, Fanuc und Kuka sowie dem dänischen Anbieter Universal Robots A/S. „Die typischen Anwendungsbereiche der Cobots, die für Traglasten bis 20 kg ausgelegt sind, umfassen Palettier- und Handlingaufgaben, wie sie im Bereich Food & Beverage oder Medicals vorkommen“, berichtet Nico Hackmann, Sales & Business Development Manager bei Hahn Robotics Network. „Zu den wesentlichen Vorteilen von Cobots gegenüber konventionellen Robotern zählen Platzersparnis, einfaches Handling aufgrund des geringen Eigengewichts sowie die aus dem fehlenden Schutzzaun resultierende Mobilität“, erklärt er die große Nachfrage nach den Cobots. „Das ist zum Beispiel gerade unter Hygiene-Gesichtspunkten ein wichtiger Aspekt. Der Cobot lässt sich problemlos zur Seite bewegen, um eine optimale Reinigung der Bodenflächen sicherzustellen.“ Ein weiterer Nutzen ergibt sich aus dem intuitiv zu handhabenden Bediener-Interface, über das die Cobots einfach in den Produktionsprozess eingebunden werden können.
Verschiedene Absicherungsmöglichkeiten
Durch die direkte Interaktion spielt das Thema Maschinensicherheit bei Cobot-Applikationen eine große Rolle. Als Einzelkomponente fallen Roboter unter den Anwendungsbereich der Maschinenrichtlinie sowie der Norm EN 10218-1. Aus der Risikobeurteilung leiten sich unterschiedliche Möglichkeiten zur Absicherung eines Cobots ab: Die sichere Leistungs- und Kraftbegrenzung leitet den sicheren Halt ein, wenn die beweglichen Teile des Roboters bei einem Kontakt über einem für den Bediener potenziell gefährlichen Grenzwert für Kraft oder Druck liegen. Hierzu enthält die technische Spezifikation ISO/TS 15066 wesentliche Referenzwerte, die im Rahmen von begleitenden Typprüfungen mit unabhängigen Prüforganisationen – wie dem Institut für Arbeitsschutz (IFA) oder der Berufsgenossenschaft – nachzuweisen sind. Sicherheitsrelevante Steuerkreise müssen den Anforderungen gemäß PL d (Kategorie 3) entsprechen. Ein Hauptgefahrbereich ist der Greifer, der durch eine umlaufende Schaltleiste abgesichert wird. Kanten an Roboterarmen werden dagegen zusätzlich mit passiven Schutzelementen versehen.





