Die Open Industry 4.0 Alliance hat ein strategisches Papier zu „Cyber Security Design Principles“ in Industrieanlagen herausgegeben. Das Papier zeigt auf, welche ISO-/IEC-Standards zur Cyber Security eingebunden werden und auf welche Praktiken anderer Gremien und Allianzen wie etwa Cloud Security Alliance, FIRST, MITRE oder OWASP die Open Industry 4.0 Alliance bei der Umsetzung einer tiefgehenden, über alle Schichten reichenden Cyber Security setzt. Wie immer geht es der Allianz auch bei diesem Thema um praktische Handlungsanweisungen, wie „Security by Design“ in einer transformierten Supply Chain umzusetzen ist.
Digitale Transformation
Erpressung, Sabotage und Industriespionage sind die Hauptmotivation bei Angriffen auf Unternehmen und deren Infrastruktur. Absolut an die Substanz gehen Cyberangriffe auf Produktionsanlagen, die einen Produktionsstillstand auslösen. Die Industrie steckt in einem Dilemma: einerseits erfordert die digitale Transformation die Öffnung der Produktions- und IT-Systeme, andererseits fehlt es an Wissen und Praxis zur Umsetzung von Standards und Routinen, um die via Internet nun zugänglichen Anlagen entsprechend zu schützen. Eine Studie der KPMG von 2020 zeigt, dass erst ein Viertel der weltweit befragten 16 000 Unternehmen ihre industriellen Kontrollsysteme aktiv verteidigen. 58 Prozent der Unternehmen gaben überdies an, dass ihnen die Sicherheitskompetenz im Haus fehlt.
„Seit Veröffentlichung von Stuxnet in 2010 und der darauffolgenden Angriffe auf Produktionsanlagen und Komponentenhersteller in jüngster Vergangenheit ist klar, dass wir in Zukunft nicht ohne solide Absicherung von Industrieanlagen auskommen werden“, erklärt Matthias Schmidt Co-Lead Technical Comitee Cyber Security der Open Industry 4.0 Alliance und Produktmanager Industrial Security bei ifm solutions. „In der Open Industry 4.0 Alliance geben wir den Mitgliedern jetzt eine Strategie an die Hand, wie sie die vorhandenen Security-Standards bei sich umsetzen können. Dabei bringen wir ISO-/IEC-Standards, Aufstellungen der MITRE zu Common Weaknesses, Empfehlungen der Cloud Security Alliance oder OWASP zur Cloud- und App-Sicherheit sowie des FIRST-Forums in einen strategischen Rahmen.“
Full Stack Secure Solution Architecture
„Die Alliance definiert vier Schichten, jeweils zwei in der Werkshalle und in der Cloud“, erklärt Dr. Stephan Theis, Co-Lead Cyber Security Group der Open Industry 4.0 Alliance und Geschäftsführer der nekst one GmbH. „Cyber Security findet in allen Schichten statt. Eine reine Software-Applikation auf Basis eines Containers kann beispielsweise keine Sicherheitsfunktionalitäten der darunter und darüber liegenden Schichten enthalten oder garantieren. Die von uns definierte Full Stack Secure Solution Architecture umfasst deshalb alle Ebenen, angefangen beim Egde Computing und Connectivity in der Werkshalle bis zur Cloud mit der Open Operator Cloud Platform und Common Cloud Central. Mittels dieses Ansatzes bekommen die Mitglieder der Alliance eine fundierte und solide Grundlage, um das Prinzip ‚Security by Design‘ in ihren Produkten und Lösungen systematisch umsetzen und anbieten zu können.“





