Interview: Michael Corban, Chefredakteur elektro AUTOMATION
elektro AUTOMATION: Herr Reich, wollen Sie uns noch einmal kurz erläutern, welche Gründe für die Zusammenlegung von MDA und Industrial Automation zur IAMD sprachen?
Arno Reich: Industrie 4.0 lässt Branchengrenzen verschwinden und Innovationszyklen werden kürzer. Das sind die Realitäten, auf die sich nicht nur Industrieunternehmen, sondern auch die Hannover Messe einstellt. Bislang waren Unternehmen aus dem Bereich der Antriebs- und Fluidtechnik alle zwei Jahre präsent. Im Zeitalter der Digitalisierung kommen Produkte aber immer schneller zur Marktreife. Dementsprechend wollen die Unternehmen ihre Innovationen häufiger zeigen. Mit der Fusion folgen wir außerdem konsequent der Logik eines Marktes, der immer mehr branchen- und systemübergreifende Lösungen sowie vernetzte Produkte anbietet und nachfragt. Damit stärken wir die Position der Hannover Messe als Weltleitmesse für Industrie 4.0. Von der intelligenten Komponente bis hin zum Datenmanagement in der Cloud bietet sie wie keine andere Veranstaltung den Blick auf die gesamte Lösung und nicht nur auf einzelne Bausteine. Dass wir mit dieser Entscheidung richtig liegen, zeigt unter anderem, dass wir dieses Jahr mit der erwarteten Ausstellungsfläche aus dem bislang zweijährlichen Antriebs- und Fluidbereich deutlich über den Erwartungen liegen.
elektro AUTOMATION: Nutzen Sie die IAMD auch, das Thema der industriellen Kommunikation/Vernetzung – einer der Key-Enabler für das Thema Digitalisierung/IIoT – stärker in den Vordergrund zu rücken? Was ist geplant?
Reich: In der Tat können wir sagen, dass Vernetzung und Zusammenarbeit das bestimmende Thema sowohl der IAMD als auch der gesamten Hannover Messe 2018 sein werden. Deshalb haben wir als Leitthema für dieses Jahr auch „Integrated Industry – Connect & Collaborate“ ausgegeben. Die Vernetzung hebt Industrie 4.0 auf die nächste Stufe und schafft neue Formen des Wirtschaftens sowie der Kommunikation. Das umfasst industrielle IT-Plattformen genauso wie künstliche Intelligenz oder Machine Learning. Wir sehen auch ganz klar, dass der Hauptfokus der führenden Aussteller darauf liegt, die Vernetzung der Disziplinen weiter voranzutreiben. Diese Chance nutzen sie auf der Hannover Messe.
elektro AUTOMATION: Einer der kritischsten Punkte im Rahmen der Industrie 4.0 ist das Thema der Security – also Datensicherheit und -integrität. Die IAMD kann hier sicherlich die Durchgängigkeit vom Antrieb bis ins ERP abbilden – wird diese Möglichkeit genutzt?
Reich: Definitiv ist Security ein zentrales und hochaktuelles Thema. Mit den Datenmengen und der fortschreitenden Digitalisierung nimmt auch die Nachfrage nach Sicherheitslösungen immer mehr zu. Denn die Bedrohungslagen sind real. Angriffe von Cyberkriminellen auf Produktionsanlagen sind keine Seltenheit mehr. Auf diese Themen und Szenarien gehen wir sowohl auf der IAMD als auch in der Digital Factory ein. Da die Grenzen der beiden Fachmessen in diesem Bereich fließend sind, kommunizieren wir in Richtung der Fachbesucher auch vor allem aus Richtung der Themen.





