Dietmar Scheider, Senior Sales Manager, Delphin Technology
Die Hauptaufgabe der Messtechnik liegt seit jeher in der Erfassung physikalischer Größen wie Druck, Temperatur, Kraft oder Weg. Unterschiedliche Sensoren verwandeln diese Messgrößen in elektrische Signale, die von einem Messverstärker konditioniert und digitalisiert werden, um sie der Analyse zuzuführen. Während diese Grundaufgabe der Messtechnik unverändert bestehen bleibt, ändern sich die Übertragungswege der Messdaten stark. Bei vielen Anwendungen im Kontext von Industrie 4.0 und IoT müssen die Messdaten dezentral erfasst, zentral gesammelt und schließlich für den weltweit verteilten Zugriff bereitgestellt werden. Wie kann man diese Aufgabenstellung am besten lösen? Herkömmliche Lösungen setzen auf eine im Kundenintranet oder im Internet positionierte Cloud. Die Bereitstellung der Cloud ist dabei aber oft aufwendig und kann zu Problemen bei der Datensicherheit führen.
Die Cloud muss Bestandteil der Messhardware werden. Stehen alle Cloud-Bestandteile inklusive der Messtechniksoftware bereits vorinstalliert bzw. -konfiguriert auf der Erfassungshardware bereit, wachsen IT und Messtechnik zusammen und verschmelzen zu einer Messtechnik-Cloud-at-the-edge. Alle Vorteile des Cloudcomputings verbinden sich so mit den Vorteilen der Datenvorverarbeitung vor Ort und ermöglichen Lösungen, die bisher undenkbar schienen.
Dezentral, vernetzt und hochskalierbar
Die Loggito-Serie von Delphin Technology ist sowohl für Anwendungen mit verteilten Messstellen als auch für zentrale Messaufgaben gerüstet. Als zentraler Datenkonzentrator fungiert ein Loggito-Logger, der die Koordination eines Messnetzes und die Zwischenspeichung der Messdaten übernimmt und die Schnittstelle zum PC oder in die Cloud bildet. Als Messtechnik-Cloud-at-the-edge kann er aber auch selbst die komplette Cloudfunktionalität übernehmen. Die Erhöhung der Kanalzahlen und der Aufbau eines Messnetzes sind wahlweise kabelgebunden mit den Loggito-USB- oder kabellos mit den Wireless-Geräten möglich. Mit diesem Konzept sind auch komplexe Anwendungen realisierbar, egal ob es sich um Prüfstandsanwendungen handelt, bei denen ein Messnetz drahtgebunden im Schaltschrank aufgebaut werden soll, oder um verteilte Messaufgaben wie Brücken- oder Gebäudemonitoring, bei denen eine drahtlose Kommunikation zwischen den Messstellen und dem zentralen Datensammler erforderlich ist.
Kompakte und universelle Messwerterfassung
Um Modularität zu gewährleisten, haben alle Geräte der Serie dasselbe handliche Format. So können sowohl in den Logger-Geräten als auch in den USB- und Wireless-Geräten dieselben I/O-Module genutzt werden. Es sind Module mit vier bzw. acht universellen Analogeingängen verfügbar, die sich individuell für den Anschluss von mV-, mA-, Widerstand-, Thermoelement- und Pt100(0)-Sensoren konfigurieren lassen. Alle analogen Eingänge haben eine Auflösung von 24 Bit. Eine Summenabtastrate von 1 kHz ermöglicht auch schnelle Messungen. Die differentielle Ausführung sowie die galvanische Trennung der Analogeingänge gegeneinander gewährleisten jederzeit präzise Messungen unter Ausschluss von Störsignalen. Alle analogen Eingangsmodule verfügen zusätzlich über einen Analogausgang und über zwei kombinierte digitale Ein-/Ausgänge. Optional ist eine Zusatzplatine erhältlich, die eine aktive Speisung sowie einen internen Shunt zum Anschluss passiver Stromsensoren bereitstellt. Neben den Analogeingangsmodulen sind auch reine Digitalmodule mit sechs Ein- und zwei Ausgängen, bzw. zwei Ein- und sechs Ausgängen verfügbar. Die Loggito-Logger sind mit einem internen Datenspeicher von bis zu 8 GB ausgestattet. Außerdem verfügen sie über geräteinterne Intelligenz in Form von Softwarekanälen, die eine Vorverarbeitung und Verrechnung von Messkanälen erlauben.





