Nico Schröder, Korrespondent elektro AUTOMATION
1. Bildverarbeitung und Scannermodul-Robotik 2. Bild der Palette wird gemacht 3. Datenerfassung im autonomem Flug
Die Lager- und Bestandsführung möglichst zu automatisieren, ist für Logistiker ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Zudem bietet sich die Chance, Digitalisierung innerhalb des Unternehmens und entlang der Lieferkette zu beschleunigen sowie Informationen transparent zu gestalten. Um Paletten-Label automatisiert zu erfassen, können beispielsweise Drohnen eingesetzt werden. Der autonome Flug einer Drohne gepaart mit der Fähigkeit, Daten in wichtigen Bereichen manueller Speicherstrukturen mit einer Vielzahl von Flugsensoren zu erfassen, ist ein Novum in der Logistik. In acht Pilotprojekten mit insgesamt 25 Drohnen bereits realisiert, sollen ab Anfang kommenden Jahres spezielle Inventur-Drohnen – über die Nullserie hinaus – verkauft werden. Das vor etwa eineinhalb Jahren als Spin-Off des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund gegründete Startup Doks Innovation verspricht Anwendern, mit seiner eigens für die Logistik entwickelten Drohne, vor allem Zeit und Geld zu sparen sowie eine neue Qualität des Scannens zu etablieren.
Bildverarbeitung und Scannermodul-Robotik
Die Inventur-Drohne namens Inventairy ist als ein cyber-physisches System einzustufen, das sowohl die physische Bestandserfassung vor Ort durchführt als auch im digitalen Sinne ein Abbild der realen Welt als Dienstleistung anbietet. Als Basis dienen Methoden der Software-Architekturentwicklung sowie Vernetzungstechnologien aus dem Industrie-4.0-Umfeld. Mithilfe von Bildverarbeitung und Machine Learning wird dem Flugroboter beigebracht, in Bilddaten gewünschte Informationen zu finden. Welche Informationen das genau sind, wird per initialem und konstant folgendem Training im Betrieb beschrieben.
Das System wird durch die verwendete Sensorik in die Lage versetzt, die Umgebung selbstständig wahrzunehmen und zu analysieren, um darauf basierend durch ein Lager zu navigieren, logistische Objekte zu erfassen und eine Inventur durchzuführen. Die flexible, multisensorische Hardware verfügt über Vision-Sensoren, eine Scannertechnologie für 1D- und 2D-Codes, die Codes vollständig autonom erkennt und scannt, Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren, eine inertiale Messeinheit sowie Stereo-Vision.
Bild der Palette wird gemacht
Sind Labels einmal nicht lesbar, weil sie beispielsweise beschädigt sind, wird auf jeden Fall ein Bild von der Palette gemacht. Das heißt, der Logistiker kann sich für den Stellplatz ergänzend ein hochauflösendes Bild ansehen. Außerdem wird ein Soll-Ist-Abgleich gefahren. Aus dem System des Logistikers stehen Daten bereit, die mit den Ist-Daten abgeglichen werden. Befindet sich also an einem Stellplatz keine Palette, fliegt die Drohne nach kurzer Zeit weiter und macht ein Bild vom leeren Stellplatz. In der Software ist ein Ampelsystem sichtbar, das sagt, inwiefern die Labels stimmen.





