Stillstandsüberwachung gehört zu den klassischen Sicherheitsfunktionen im Maschinenbau: Bevor Wartungs-, Service- oder Instandhaltungspersonal in den Gefahrenbereich einer Anlage eingreift, muss sichergestellt sein, dass bewegliche Teile tatsächlich zum Stillstand gekommen sind. Dold, der auf Sicherheits- und Überwachungsrelais spezialisierte Hersteller aus Furtwangen im Schwarzwald, adressiert diese Anforderung mit einem neuen Gerät, das auf externe Drehzahlgeber verzichtet.
Der vorgestellte Stillstandswächter arbeitet sensorlos, wertet also keine Signale eines separaten Encoders oder Tachogenerators aus. Stattdessen analysiert das Gerät intern die relevanten elektrischen Größen, um den Stillstand des überwachten Antriebs zu detektieren. Für Anwender bedeutet das eine reduzierte Verkabelung sowie einen geringeren Installationsaufwand – Faktoren, die insbesondere bei der Nachrüstung bestehender Anlagen wirtschaftlich relevant sind.
Eine weitere Besonderheit ist die integrierte Muting-Funktion. Muting bezeichnet das temporäre, kontrollierte Überbrücken einer Sicherheitsfunktion – im vorliegenden Kontext ermöglicht es, die Stillstandsüberwachung in definierten Betriebszuständen gezielt zu deaktivieren, ohne die übergeordnete Sicherheitsarchitektur zu kompromittieren. Solche Funktionen sind beispielsweise dann relevant, wenn Maschinen im Einrichtbetrieb oder bei Testläufen unter kontrollierten Bedingungen bewegt werden müssen, obwohl Schutztüren oder Schutztore geöffnet sind.
Mit einer Baubreite von lediglich 22,5 mm fügt sich das Gerät in die gängige Reihenklemmen-Infrastruktur moderner Schaltschränke ein. Gerade in Anlagen mit hoher Achsanzahl oder beengten Platzverhältnissen ist die Schaltschranktiefe ein kritischer Planungsparameter. Kompakte Sicherheitsbauteile gewinnen in diesem Kontext an Bedeutung, da die Schaltschrankkomplexität in modernen Fertigungsanlagen trotz Miniaturisierungstendenzen eher zu- als abnimmt.
Marktperspektive: Der Bereich funktionaler Sicherheit (Functional Safety) wächst getrieben durch verschärfte Normanforderungen – insbesondere EN ISO 13849 und IEC 62061 – sowie durch die zunehmende Verbreitung kollaborativer und flexibel einsetzbarer Produktionssysteme. Sensorlose Überwachungsansätze können dabei helfen, die Gesamtkosten sicherheitstechnischer Installationen zu senken, ohne das erforderliche Performance Level zu unterschreiten. Für Maschinenbauer und Systemintegratoren ist die Kombination aus reduziertem Sensoraufwand, kompakter Bauform und erweiterter Funktionalität wie Muting ein relevantes Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb um kosteneffiziente Sicherheitslösungen.
Dold positioniert das Gerät damit in einem Marktsegment, das zwischen einfachen Hilfsschaltgeräten und vollwertigen Sicherheits-SPS-Lösungen angesiedelt ist – ein Bereich, in dem spezialisierte Komponentenanbieter nach wie vor eine starke Stellung gegenüber den großen Automatisierungskonzernen behaupten können.
Quelle: Dold Presse – https://www.dold.com/unternehmen/presse/sensorlose-stillstandsueberwachung-mit-muting-funktion





