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    Edge-Computing-Konzepte von Lynx für funktionssichere Cobots
    Foto: Foto: Crystal Kwok / Unsplash
    Industrie 4.0 & IIoT

    Edge-Computing-Konzepte von Lynx für funktionssichere Cobots

    Cobots nutzen aus verschiedenen Gründen lokal verfügbare Computing-Ressourcen. Das erfordert konsolidierte, vernetzte Plattformen für das Edge-Computing.
    Veröffentlicht
    13. Januar 2021
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Industrie 4.0 & IIoT

    » Ian Ferguson, Vice President Marketing and Strategic Alliances, Lynx Software Technologies

    Ein zentraler Aspekt der Cobot-Entwicklung ist, wie man die Schnittstelle zwischen Informationstechnologie (IT) und operativer Technologie (OT) konsolidiert. Wie verbindet man die Konfigurationsanweisungen zu den Roboteraufgaben (IT) mit dem, was in Echtzeit in der Fabrik passiert (OT) – vor allem den schnellen und unberechenbaren Handlungen von Menschen? In Fabrikumgebungen ist ein vergleichsweise langsames Veränderungstempo verständlich, da dort der Fokus auf Zuverlässigkeit gerichtet ist, auf möglichst lange aktive Betriebszeiten, wenig Unfälle, wenig Ausschuss, etc. Bei OT-Technologie handelt es sich daher um separate Netzwerke, die auf der Ebene der Hauptkonsole mit den IT-Netzwerken verbunden werden. Die Absicht ist, diese Fusion der IT- und der OT-Welt in die Fabrikhalle zu verschieben, so dass die Maschinen fundiertere Entscheidungen schneller treffen können.

    Systeme mit gemischter Kritikalität

    Doch dieser Herausforderung gilt es innerhalb eines kommerziell attraktiven Kosten-, Leistungs- und Größenrahmens zu begegnen. Das bedeutet, mehrere Systeme auf einem einzigen konsolidierten Board zusammenzuschrumpfen (und in immer mehr Fällen einem einzigen heterogenen Multicore-Chip). Diese Systeme müssen funktionsreiche Betriebssysteme wie Linux und Windows ausführen, gleichzeitig aber das Echtzeitverhalten der ”muss-immer-auf-diese-Art-reagieren”-Elemente auf der Plattform garantieren. Man bezeichnet diese als Systeme mit gemischter Kritikalität. Anwendungen müssen unterteilt werden, um sicherzustellen, dass bestimmte Applikationen nicht zum Ausfall anderer Systemelemente führen.

    Einkernprozessor-Systeme versus Mehrkernprozessor-Systeme

    Echtzeitbetriebssysteme auf der Basis eines Einkernprozessors (SCP) sind in der Branche wohlbekannt, die einen Echtzeit-Systementwicklungsprozess eingeführt hat, der auf der Annahme einer konstanten Worst-Case Execution Time (WCET) beruht. Diese besagt, dass das gemessene schlimmst mögliche Laufzeitverhalten einer Software-Aufgabe, wenn allein auf einem einzelnen Kern durchgeführt, gleich bleibt, wenn diese Aufgabe zusammen mit anderen Aufgaben läuft. Diese Grundannahme bildet die Grundlage für die Schedulability Analysis (Analyse des Systemverhaltens), die feststellt, dass eine Ablaufterminierung gefunden werden kann, die alle Aufgaben innerhalb ihrer jeweiligen Fristen beendet.

    In der Branche ist der Trend zu Mehrkernprozessor-Systemen (MCP-Systemen) bereits solide etabliert. Viele dieser Multicore-Systeme wurden mit Blick auf die Anforderungen von IT-Anwendungen an Geschwindigkeit und Effizienz entwickelt und erfüllen nicht immer die Vorhersehbarkeitskriterien für Steuerungssysteme in der Avionik, Automobilindustrie, Industrieautomation, etc. Während die Annahme einer konstanten WCET für Single-Core-Chips korrekt ist, trifft sie wegen Core-übergreifender Interferenzen beim Zugriff auf geteilte Ressourcen NICHT bei derzeitigen Multicore-Chips zu. Interferenzen zwischen Cores können Spitzenauslastungen (Spikes) im Worst-Case-Laufzeitverhalten um mehr als das Sechsfache gegenüber einem Einzelkern verursachen.

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    Hierauf konzentriert sich Lynx und stellt einen sicheren Hypervisor bereit, der Anwendungen sicher partitionieren und isolieren kann, gleichzeitig aber eine Reaktion im Mikrosekundenbereich auf zeitkritische Ereignisse garantiert.

    Vernetzung von Cobots

    Hinzu kommt, dass Cobots notwendigerweise vernetzt sein müssen. Nicht nur, um Sensordaten zu teilen und Anweisungen zu erhalten, auch für regelmäßige Sicherheits- und andere Updates. Ein Sicherheitsangriff beeinträchtigt ja nicht nur das System selbst, sondern potentiell jedes Gerät, auf das über die betreffende Netzwerkverbindung zugegriffen werden kann. Sicherheit muss von Anfang an miteindesignt werden anstatt in Nachhinein, und viele Angriffe haben gezeigt, dass ein komplexes System immer nur so stark ist wie sein schwächstes Glied. Vor allem industrielle Systeme haben eine lange Lebenszeit und sind manchmal über zehn Jahre oder länger im Einsatz. Der Systemarchitekt muss beim Designen bedenken, dass über einen solchen Zeitraum kein System 100% sicher zu halten ist. Beispielsweise können in der Zwischenzeit neue Bedrohungen auftauchen, Änderungen am System selbst oder aber an den verbundenen Systemen vorgenommen werden, was sich dann sicherheitsgefährdend auswirkt.

    Stattdessen bedarf es der Früherkennung einer Systembeeinträchtigung, verbunden mit einem Weg, es zu seinem letzten bekannten guten Zustand wiederherzustellen. Und, da es sich um keine statische Umgebung handelt, muss das System neue Software datensicher herunterladen können, um die Hindernisse gegen Angriffe hochzuhalten oder tatsächlich zu erhöhen. Aus Softwareperspektive muss das System dafür ausgelegt sein, zu gewährleisten, dass es sich nach dem Booten nicht umkonfigurieren lässt und dass keine Anwendung aus Zufall (oder böser Absicht) in der Lage ist, einen Ausfall des Roboters zu verursachen.

    Softwaregestützten Hardware-Partitionierungs-Modell

    Ein Lynx-System mit einem Separation-Kernel kann diese Anforderungen erfüllen. Die Laufzeitarchitektur ist unten dargestellt. In den meisten Implementierungen laufen zwei Plattform-Kernel:

    Dieses Konzept führt eine zusätzliche Abstraktionsschicht ein. Zum Vergleich: In typischen OS-Designs ist die Hardwaresteuerung mit dem OS-Kernel integriert. Hier ist der Separation Kernel die einzige Software mit Zugriff auf die physikalische Hardware; die Anwendungskernel haben keinen Zugang zur echten Hardware und können lediglich ‘abgebildete Ressourcen’ (‘mapped resources’) verwalten.

    Bei diesem “Softwaregestützten Hardware-Partitionierungs-Modell” (“Software-assisted Hardware Partitioning Model”), wie es Lynx bezeichnet, sind alle Partitionsgrenzen von Anwendungsräumen ausschließlich hardwaregestützt, nach einem von einem Architekten bewusst gestalteten und formal beschriebenen Modell. Verletzt in diesem Modell eine Applikation eine Partitionsgrenze, bekommt zunächst die Hardware die Verletzung mit, und fragt dann beim Separation Kernel Hypervisor nach Software-Unterstützung an, um den Ausnahmefall zu managen.

    Edge-Computing bei Cobots

    Der Trend geht also zur Implementierung von Edge-Computing-Konzepten in Cobots. ‘Edge Computing’ bezieht sich auf die Verlagerung der Intelligenz, der Informationsverarbeitung, zurück dorthin, wo Daten entstehen. Einfach definiert ist die Edge (engl. Für Rand oder Kante), das erste Gerät auf dem Weg der Daten von ihrem Entstehungsort zurück ins Zentrum des Netzwerks, in dem dann multiple Datenströme verarbeitet und Erkenntnisse aus diesen Daten abgeleitet werden.

    Ein Cobot verkörpert genau das. Aus Latenz-, Netzwerkverfügbarkeits- und Datenschutzgründen nutzen Cobots üblicherweise lokal am Arbeitsplatz oder auf dem Firmengelände verfügbare Computing-Ressourcen, keine Rechenressourcen aus der Cloud. Dies erfolgreich in einem Kontext umzusetzen, in dem die Maschinen Seite an Seite mit und rund um Menschen herum arbeiten, und potentiell Aufgaben mit hohen Sicherheitsrisiken verrichten, impliziert ein Cobot-Design, das funktions- und datensicher (safe & secure) ist. (eve)

    Einen Überblick über die Systeme von Lynx für die Industrie erhalten Sie hier: hier.pro/lmODy

    Kontakt: Lynx Software Technologies United States Headquarters 855 Embedded Way San Jose, CA 95138 T: +1 (408) 979–3900 F: (408) 979–3920 E: inside@lynx.com www.lynx.com

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