Wie kommt das Unternehmen dazu, eine kunden- und anwendungsspezifische Sensorlösung entwickeln zu lassen? „Ein eigener Sensor befreit von den Abhängigkeiten und Kompromissen, die mit der Integration von Standardsensoren einhergehen. Der Einsatz von Standardsensoren ist vordergründig günstig, birgt aber gerade für Spezialisten wie Belimo erhebliche Risiken: Hat beispielsweise ein Abnehmer großer Stückzahlen Änderungswünsche, so reagieren Hersteller oft mit Veränderungen von Spezifikationen und Modellen. Dann sind wir gezwungen, unsere Anwendung mit großem Aufwand darauf anzupassen oder zahlen für Sensor-Features, die wir nicht brauchen. Ähnliches gilt bei Verfügbarkeiten. Mit einer eigenen, ganz auf unsere Bedürfnisse und Anforderungen zugeschnittenen Sensorproduktion gewinnen wir Freiheitsgrade und sichern uns zugleich Wettbewerbsvorteile“, erläutert Andreas Marty, Head of Product Management Europe, Room & Systems Solutions, bei der Belimo Automation AG im schweizerischen Hinwil.
Produkte der Belimo sind für die Menschen meist unsichtbar und dennoch wichtig. Um den energieeffizienten Betrieb sowie eine ausreichende Belüftung und Klimatisierung garantieren zu können, werden in modernen Gebäuden hochkomplexe und fein regulierbare Lüftungssysteme mit variablem Volumenstrom (Variable Air Volume = VAV) verbaut. Belimo beliefert Klappenhersteller mit den erforderlichen Volumenstromreglern. Die Schweizer erzielen mit diesen und anderen Spezialprodukten weltweit einen Umsatz von über 490 Mio. Euro.
Kompakte Steuereinheit
Das Belimo-Kernprodukt im Bereich Raumlösungen ist der VAV-Compact D3. Eine kompakte, elektronische Einheit, die die Funktionen Messen, Regeln und Steuern vereint. Der VAV-Compact D3 wird von außen an eine spezielle Luftklappe montiert. An einem Messkreuz im Kanalsegment – einer Verengung bzw. einem Strömungselement – wird der Differenzdruck gemessen. Das Gerät berechnet aus dem Differenzdruck den aktuellen Volumenstrom, vergleicht diesen mit dem Soll-Wert und positioniert über den Motor das Klappenblatt neu. Über digitale Schnittstellen zu verschiedenen Bus-Systemen werden Informationen an Ventilatorensteuerungen, Wartungs- und Monitoring-Systeme übertragen.
„In Bezug auf den Sensor ergeben sich aus der Anwendung heraus ganz spezifische Anforderungen. Der wichtigste Faktor: Die Einheit ist im Gebäude, im Wirrwarr der Lüftungskanäle verbaut. Wir brauchen daher eine Sensorlösung, die extrem langzeitstabil, komplett kalibriert und für alle Einbaulagen geeignet sein muss. Langzeitstabil bezieht sich dabei auf die langfristige Wiederholgenauigkeit der Messungen und auf die Resistenz gegen Verschmutzung. Wichtig auch: Sensor und Elektronik sollten ein kompaktes Modul bilden, dass sich platzsparend und einfach in unseren Gehäusen verbauen lässt“, so Andreas Marty.





