Knut Dettmer, Leiter Globales Marketing, Industrie-Automation bei Renesas Electronics in Düsseldorf
1. AI-Inferenz im Embedded-Endpunkt 2. Fokus auf Inferenz 3. e-AI – Ergebnis umfassender F&E-Aktivitäten 4. Welche speziellen Vorteile bietet die Lösung? 5. Softwarewerkzeuge und Schnittstellen bleiben unverändert 6. Spezialisiert auf Embedded-AI am Endpunkt
Für den Trend, die AI-Verarbeitung von zentralisierten Cloud-Verarbeitungsplattformen auf den Endpunkt zu verlagern, gibt es viele Gründe. Erstens begrenzen Bandbreiteneinschränkungen die Fähigkeit, die benötigten Daten vom Beobachtungspunkt an eine Cloud zwecks Durchführung der entsprechenden Analysefunktionen bereitzustellen. Bei vielen Geräten und Maschinen gibt es womöglich gar keine Verbindung zum Internet. Ausschlaggebend mögen hierfür Einschränkungen der Infrastruktur oder Bedenken in puncto Datenschutz sein. Dennoch möchte man die vielen Vorteile aus dem Einsatz von AI-Technologien nutzen, um die Leistung eines Produktes oder die Gesamteffizienz einer Anlage zu verbessern.
Zweitens, selbst wenn eine Verbindung zur Cloud mit ausreichend Bandbreite zur Verfügung steht, müssen viele AI-Anwendungen Daten in Echtzeit – innerhalb von Milli- oder Mikrosekunden – verarbeiten. Das ist mit heutiger Connectivity-Technologie nicht machbar. Eine Cloud-Verbindung ist unzuverlässig oder nicht-deterministisch in Bezug auf die Latenz und führt zu mehr als einigen Dutzend Millisekunden Verzögerung.
Drittens ist die Vertraulichkeit der Daten ein weiterer Grund, die Analysefunktionen nicht in der Cloud sondern im Embedded-Endpunkt auszuführen. Viele Industriesektoren betrachten die verarbeiteten Daten selbst schon als proprietär und sind vorsichtig, diese Daten außerhalb ihres eigenen Netzwerkes zu teilen. So sammeln beispielsweise medizinische Geräte persönliche Daten über den Gesundheitszustand eines Patienten, wobei die Weitergabe dieser Daten stark eingeschränkt werden muss. In der Industrieautomatisierung zeigen die analysierten Daten, wie Prozesse in einem Werk gesteuert werden und gelten daher als grundlegendes Wissen des produzierenden Unternehmens. Und schließlich ergeben sich auch aus Datenschutzbestimmungen viele Beschränkungen für die Speicherung und Verarbeitung von Endanwenderdaten.
AI-Inferenz im Embedded-Endpunkt
Zu den weiteren Vorteilen der Verarbeitung am Endpunkt gehört die Möglichkeit, hierarchische, vernetzte AI-Systeme zu erstellen, die robust und skalierbar sind, während sie sich zugleich mit Blick auf Leistung und Energieverbrauch für einen speziellen Anwendungsfall optimieren lassen.
Diese Herausforderungen verdeutlichen die Notwendigkeit einer effizienten AI-Inferenz im Embedded-Endpunkt. Erforderlich sind also effiziente Endpunkte, die in Echtzeit Daten vorverarbeiten, analysieren und filtern können. All dies dient zur Optimierung der Geräteleistung und zur Analyse der entsprechenden anwendungsspezifischen Datenpunkte direkt im Endpunkt, wobei alle zuvor erwähnten Einschränkungen vermieden werden. Dies ist der Kern der e-AI-Lösungen von Renesas.





