Die Fragen stellte Andreas Gees, stv. Chefredakteur elektro AUTOMATION
Hinweis: Die hier vorgestellte Lösung wurde in der Rubrik DIGITALIZATION für den Automation Award 2021 nominiert.
elektro AUTOMATION: Mit OtoSense hat Analog Devices eine Condition-Monitoring-Plattform vorgestellt. Was genau verbirgt sich dahinter?
Thomas Tzscheetzsch (Analog Devices): OtoSense ist eine KI-gesteuerte Plattform, die beliebige Geräusche, Vibrationen, Drücke, Ströme oder Temperaturen in Echtzeit erfasst und interpretiert, um eine kontinuierliche, zustandsbasierte Überwachung und On-Demand-Diagnose zu ermöglichen. Damit ist eine KI-Integration auf allen Ebenen der Systeme möglich. OtoSense arbeitet auf dem Feldgerät in der Feldebene oder in der Edge in Echtzeit sowohl online als auch offline. OtoSense basiert auf einem KI/AI-Algorithmus, der in einem oder mehreren Signalen Anomalien erkennt und so sicherstellt, dass ein System im akzeptablen Bereich arbeitet. Die Software erstellt einen digitalen Fingerabdruck einer Maschine, um Fehler zu erkennen und um Ausfälle vorherzusagen, bevor sie kostspielige Maschinenstillstände verursachen. Aufgrund des fundierten Fachwissens im Unternehmen in den Bereichen Sensorik, Signalkette und Systemdesign in Verbindung mit AI können Kunden in kurzer Zeit eigene Condition-Monitoring-Systeme implementieren.
elektro AUTOMATION: Was war die Zielsetzung bei der Konzeption von OtoSense?
Tzscheetzsch: OtoSense erkennt Anomalien an Maschinen und lernt aus der Interaktion mit erfahrenen Technikern und Ingenieuren, die auf das Thema Zustandsüberwachung spezialisiert sind. So können Anwender einen höheren Nutzen aus ihrem Condition Monitoring ziehen, indem sie Zugang zu hochwertigen Daten und daraus resultierenden Erkenntnissen erhalten. Damit lassen sich Fertigungsprozesse optimieren, die Lebensdauer von Anlagen verlängern und ungeplante Ausfallzeiten bei gleichzeitig hoher Qualität erreichen. Ziel war es, eine Lösung zu entwickeln, die vorausschauende Wartung ermöglicht, speziell in kostenintensiven Anwendungen wie Generatoren oder großen Motoren. Entscheidend ist hier die Frage nach der Bereitschaft zur Investition und dem Wert der zu schützenden Anlage.
elektro AUTOMATION: Welche physikalischen Parameter erfasst das System?
Tzscheetzsch: Prinzipiell lassen sich alle physikalischen Parameter erfassen, vor allem Geräusche und Vibrationen an Motoren, Drücke an Pumpen, Ströme oder auch Temperaturen sowie magnetische Felder. Der Algorithmus zum Anlernen läuft in der Cloud, später kann er auf das Feldgerät oder in die Edge übertragen werden. Welche physikalischen Parameter erfasst werden können, hängt von der eingesetzten Sensorik ab. Mit unseren MEMS-Sensoren erfassen wir typischerweise Vibration und Geräusche. Zeichnet sich ein Lagerschaden ab, resultiert meist auch eine höhere Temperatur. Wir messen außerdem Magnetfelder, die sich verändern, wenn ein Motor stehenbleibt oder wenn am Rotor bzw. am Stator ein Bruch auftritt. So lassen sich verschiedene Parameter messen, die sich sinnvoll ergänzen und ein Gesamtbild über den Zustand einer Maschine zeigen.





