Eplan hat seine Engineering-Plattform in der Version 2027 zur Verfügung gestellt. Die Software war erstmals im Mai 2026 vorgestellt worden und steht nun produktiv für Anwender bereit. Mit über 500 Erweiterungen zielt die neue Version darauf ab, die Projektierungsarbeit entlang der Prozesskette zu beschleunigen – von der Vorplanung über das Elektro-Engineering bis hin zur Schaltschrankplanung.
Zentrale Neuerung ist die Integration des Eplan Copilot als KI-gestützter Assistent innerhalb der Plattform. Der Copilot ist seit Anfang September 2026 in mehreren Funktionsbereichen aktiv. Als sogenannter Knowledge Service ermöglicht er den direkten Zugriff auf strukturiertes Eplan-internes Wissen aus der Arbeitsumgebung heraus – ohne Medienbruch und ohne den Wechsel in externe Dokumentationssysteme. Laut Anbieter soll der Assistent auch bei komplexen Fragestellungen zuverlässig zur Lösung führen.
Darüber hinaus unterstützt der Copilot beim Artikelverwendungsnachweis. Dieser Bereich ist im industriellen Engineering-Alltag häufig zeitaufwendig, da Komponenten über viele Schaltpläne und Projekte hinweg nachverfolgt werden müssen. Eine KI-gestützte Unterstützung an dieser Stelle kann Ingenieuren repetitive Recherchearbeit abnehmen und Fehlerquellen reduzieren.
Aus technologischer Perspektive ist die Einbettung von Large-Language-Model-basierter Assistenz direkt in eine Engineering-Umgebung wie die Eplan-Plattform ein relevanter Schritt. Ähnliche Ansätze verfolgen andere Anbieter von CAE/CAD-Software im Automatisierungsumfeld, etwa durch Copilot-Integrationen in PLM-Systeme oder SPS-Programmierumgebungen. Eplan positioniert sich damit im Segment der Elektro-CAE-Software für den Maschinen- und Anlagenbau als früher Anwender produktionsreifer KI-Assistenz.
Für die produzierende Industrie ist der Aspekt der Engineeringgeschwindigkeit unmittelbar relevant: Kürzere Projektierungszeiten wirken sich direkt auf Time-to-Market neuer Maschinen und Anlagen aus. Gerade im Schaltschrankbau, wo manuelle Prozesse noch weit verbreitet sind, können softwareseitige Effizienzgewinne im Engineering den nachgelagerten Fertigungsprozess spürbar entlasten.
Die Eplan Plattform 2027 richtet sich an Engineering-Abteilungen in Maschinenbauunternehmen, bei Systemintegratoren sowie bei Schaltschrankbauern. Eine konkrete Zahl zur Zeitersparnis oder zu Pilotanwendern nannte Eplan in der Ankündigung nicht. Die vollständige Funktionsübersicht der mehr als 500 Erweiterungen wird vom Unternehmen über seine offiziellen Kanäle kommuniziert.
Quelle: Hannover Messe News – https://www.hannovermesse.de/de/news/news-fachartikel/next-generation-im-engineering





