Die Feldebene galt in der industriellen Automatisierung lange als Verdrahtungsengpass: Jeder Sensor, jeder Aktor musste mit einzelnen Adern an die übergeordnete Steuerung angebunden werden. Je mehr Sicherheitssignale und Diagnoseinformationen übertragen werden sollten, desto höher der Installationsaufwand – besonders bei Sicherheitszuhaltungen an Maschinen, an denen zahlreiche Einzeladern zusammentreffen. EUCHNER adressiert dieses strukturelle Problem mit der Implementierung von IO-Link Safety.
IO-Link Safety ist eine Erweiterung des weit verbreiteten IO-Link-Protokolls und ermöglicht die sichere Kommunikation zwischen Sensoren, Aktoren und einem IO-Link-Safety-Master über eine einzige Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Die Schnittstelle ist herstellerunabhängig und nach IEC 61131-2 standardisiert. Sicherheitsrelevante Anwendungen können damit bis zur höchsten Integritätsstufe – SIL3 gemäß IEC 62061 bzw. Performance Level e gemäß ISO 13849 – abgesichert werden.
Der eigentliche Mehrwert liegt jedoch nicht allein in der reduzierten Leitungsanzahl, sondern im qualitativen Sprung bei der übertragenen Information. Klassische Sicherheitskonzepte liefern binäre Zustände: Schutztür offen oder geschlossen, sicher oder unsicher. IO-Link Safety ergänzt dieses Basisprotokoll um kontextbezogene Zusatzdaten. Konkret bedeutet das: Welcher Betätiger hat ausgelöst, aus welchem Grund wurde ein Sicherheitszustand aktiviert, welche Diagnosedaten liegen vor? Diese Informationen stehen der Steuerungsebene in Echtzeit zur Verfügung – ohne zusätzliche Verdrahtung.
Für die Praxis bedeutet das eine erhebliche Vereinfachung der Inbetriebnahme. Das Plug-and-Play-Prinzip von IO-Link entfällt bei der Safety-Variante nicht: Geräte werden erkannt, parametriert und überwacht, ohne manuelle Adresskonfiguration. Gerade bei Maschinenkonzepten mit mehreren Schutztüren oder modularen Anlagen, bei denen Sicherheitskomponenten häufig getauscht oder rekonfiguriert werden, reduziert das den Engineering-Aufwand spürbar.
Aus Sicht der Systemintegration ist die Einordnung in bestehende IO-Link-Infrastrukturen relevant: IO-Link Safety-Geräte benötigen einen kompatiblen Safety-Master; bestehende Standard-IO-Link-Master sind nicht zwingend geeignet. EUCHNER positioniert die Technologie als Lösung für die sogenannten letzten 20 Meter der Automatisierung – den Bereich zwischen Feldgerät und Maschinensteuerung, der in der Diskussion um durchgängige IIoT-Architekturen häufig als letztes weißes Fleck gilt.
Mit der Integration von Sicherheits- und Prozessdaten in einer standardisierten Schnittstelle schließt IO-Link Safety eine konzeptionelle Lücke: Die Feldebene wird nicht nur sicherer verdrahtet, sondern wird datentechnisch transparenter – eine Voraussetzung für vorausschauende Wartung, Condition Monitoring und die Anbindung an übergeordnete Industrie-4.0-Systeme. EUCHNER liefert mit der Produktankündigung einen praxisorientierten Beitrag zur Diskussion, wie Sicherheitstechnik und Datendurchgängigkeit auf Feldebene zusammenwachsen können.
Quelle: Euchner Presse – https://www.euchner.com/de-de/ueber-euchner/news/news-details/io-link-safety%3A-sicherheit-mit-daten---15169/





