Euchner tritt auf der AMB 2026 (Stuttgart, Halle 8, Stand C59) mit einem klar strukturierten Messeauftritt an, der funktionale Sicherheit und Cybersecurity als zusammengehörige Disziplinen positioniert. Im Mittelpunkt stehen vier Themenblöcke: das EKS2 als neueste Generation des Electronic-Key-Systems, das modulare Schutztürsystem MGB2 Modular, IO-Link-Safety-Lösungen sowie Konzepte zur Umsetzung der Anforderungen des Cyber Resilience Act (CRA).
Der CRA ist eine EU-Verordnung, die verbindliche Cybersicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen festlegt – und damit erstmals auch Hersteller von Maschinensicherheitskomponenten direkt in die Pflicht nimmt. Für Maschinen- und Anlagenbauer bedeutet das: Komponenten, die sie verbauen, müssen nachweislich über den gesamten Produktlebenszyklus sicher sein. Euchner reagiert darauf mit einer strukturellen Maßnahme: Der eigene Entwicklungsprozess ist seit Anfang 2026 nach IEC 62443-4-1 zertifiziert. Diese Norm definiert Anforderungen an einen sicheren Produktentwicklungsprozess (Secure Development Lifecycle, SDLC) für industrielle Automatisierungskomponenten.
Ergänzend hat Euchner ein Product Security Incident Response Team (PSIRT) eingerichtet und eine Kooperation mit dem CERT@VDE, dem Cyber Emergency Response Team des VDE, aufgebaut. Damit ist eine strukturierte Reaktionskette für den Fall bekannt werdender Sicherheitslücken etabliert – eine Anforderung, die der CRA explizit vorschreibt. Entwicklungsleiter Bernd Hermann betont, dass diese Schritte frühzeitig eingeleitet wurden, um dauerhaft CRA-konforme Produkte liefern zu können.
Neben der Cybersecurity-Positionierung präsentiert Euchner auf der AMB Hardware-Innovationen aus dem Kernbereich der Maschinensicherheit. Das EKS2 erweitert das bewährte Electronic-Key-System-Konzept, das die zugangskontrollierte Bedienung von Maschinen über codierte Schlüssel ermöglicht – ein Ansatz, der sowohl Safety- als auch Security-Aspekte vereint, da unbefugter Maschinenzugriff physisch und logisch unterbunden wird. Das MGB2 Modular adressiert als konfigurierbares Schutztürsystem den Trend zu flexiblen Fertigungslinien, bei denen Schutzeinrichtungen an wechselnde Anlagentopologien angepasst werden müssen.
IO-Link Safety gewinnt als Kommunikationsstandard für sicherheitsgerichtete Sensoren und Aktuatoren zunehmend Bedeutung, da er Diagnose- und Parametrierdaten über eine einheitliche Schnittstelle überträgt und damit den Verdrahtungsaufwand gegenüber klassischen Sicherheits-Relaislösungen erheblich reduziert. Euchner adressiert mit diesem Themenblock den wachsenden Bedarf an flexibel integrierbaren Safety-Lösungen in modernen IIoT-Architekturen.
Darüber hinaus bietet Euchner nach eigenen Angaben Maschinenbauern und Betreibern Beratungsleistungen an, die Bedrohungs- und Risikoanalysen sowie die Identifikation von Security-Schwachstellen umfassen. Dieser Service-Ansatz ist vor dem Hintergrund relevant, dass viele Unternehmen zwar die funktionale Sicherheit ihrer Anlagen beherrschen, den Übergang zu einem ganzheitlichen Security-by-Design-Ansatz jedoch erst aufbauen. Die AMB 2026 findet vom 2. bis 6. September 2026 in Stuttgart statt.
Quelle: Euchner Presse – https://www.euchner.com/de-de/ueber-euchner/news/news-details/cra-ready%21-mit-euchner.---15416/





