FANUC erweitert seine kollaborierende CRX-Roboterserie nach unten: Der neue CRX-3iA bringt lediglich elf Kilogramm auf die Waage und ist damit das leichteste Modell der Baureihe. Die Hannover Messe berichtete über den Cobot, dessen Konstruktion explizit auf Mobilität und schnellen Einsatzwechsel ausgelegt ist – zwei Anforderungen, die in klassischen stationären Roboterzellen keine zentrale Rolle spielen, in der Großstruktur-Fertigung jedoch entscheidend sind.
Die Traglast beträgt drei Kilogramm, was ausreicht, um einen Schweißbrenner gemeinsam mit einem Nahtverfolgungssensor aufzunehmen. Die Kombination beider Werkzeuge am selben Flansch ist für automatisierte Schweißprozesse relevant, da der Sensor die Nahtlage in Echtzeit erfasst und die Bahn des Brenners korrigieren kann – ohne dass ein separater Messkopf oder eine externe Sensorachse benötigt wird. Die angegebene Wiederholgenauigkeit von ±0,02 mm liegt im für Schweißanwendungen üblichen Bereich und erlaubt reproduzierbare Nahtergebnisse auch nach mehrfachem Umsetzen des Roboters.
Das Einsatzkonzept sieht vor, dass ein einzelner Bediener den CRX-3iA mit einer Hand greift, an einer neuen Schweißnaht positioniert und den Prozess innerhalb von Sekunden wieder startet. Damit kann eine Person mehrere Schweißstationen parallel betreuen. FANUC adressiert damit direkt den anhaltenden Mangel an qualifizierten Schweißern in Europa, der Branchen wie den Schiff- und Stahlbau seit Jahren unter Druck setzt. Der Cobot übernimmt die repetitive Schweißaufgabe, während der Operator die Positionierung, Nahtauswahl und Qualitätskontrolle verantwortet – ein typisches Mensch-Roboter-Kollaborationsmodell ohne Schutzzaun.
Aus steuerungstechnischer Sicht bleibt der CRX-3iA in der bekannten FANUC-Infrastruktur: Die CRX-Serie nutzt die iHMI-Bedienoberfläche mit Tablet-basierter Programmierung per Drag-and-drop sowie die R-30iB-Steuerungsplattform. Für mobile Szenarien ist die schnelle Inbetriebnahme ohne aufwendige Sicherheitsabnahme nach jedem Umsetzen ein praktischer Vorteil, sofern die Risikobeurteilung gemäß Maschinenrichtlinie bzw. der künftigen Maschinenverordnung dies zulässt.
Der CRX-3iA reiht sich in einen Markttrend ein, der leichte, einfach zu handhabende Cobots für semi-mobile Anwendungen vorsieht. Wettbewerber wie Universal Robots mit der UR-Lite-Klasse oder Doosan Robotics adressieren ähnliche Segmente. FANUC differenziert sich hier über die enge Integration in das eigene Ökosystem aus CNC-Steuerungen, Schweißpaketen und vordefinierten Prozessbibliotheken, was den Integrationsaufwand für bestehende FANUC-Anwender reduziert. Konkrete Verfügbarkeitstermine und Preise hat FANUC zum Zeitpunkt der Hannover-Messe-Meldung nicht kommuniziert.
Quelle: Hannover Messe News – https://www.hannovermesse.de/de/news/news-fachartikel/komm-mal-kurz-mit-





