Stefan Angele, Geschäftsführer Systemtechnik Leber GmbH & Co. KG, Nürnberg
Inhaltsverzeichnis
1. 3 Projektabschnitte mit Expertenbegleitung 2. Phase 1: Erfolgsfaktor EMV 3. Phase 2: Qualifizierungs- und Zulassungsmuster 4. Phase 3: FMEDA
Kurze Stillstandzeiten waren schon immer ein wichtiger Erfolgsfaktor in der Produktion. Daran ändern auch strengere Sicherheitsvorschriften nichts.
Bei der Weiterentwicklung ihrer Motion Controller stand die Faulhaber GmbH vor der Herausforderung, eine normgerechte und manipulationsresistente Sicherheit zu gewährleisten, ohne dabei die Maschinenverfügbarkeit zu beschneiden. Um sicher zu gehen, dass bei der Entwicklung alle gesetzlichen Regelungen und Normen tatsächlich eingehalten werden, fiel frühzeitig die Entscheidung, einen zertifizierten Experten für Funktionale Sicherheit und Systems Engineering in das Projekt einzubinden. Die Wahl fiel auf die Ingenieure der Systemtechnik Leber aus Nürnberg. Sie empfahlen die Erweiterung der bestehenden Motion Controller um eine Safe-Torque-Off (STO)-Sicherheitsfunktion. STO steht für ein sicheres Abschalten des Drehmoments. Die Ansteuerung zum Motor wird sofort unterbrochen, wenn beispielsweise vom Bediener durch ein Lichtgitter gegriffen wird. Auf diese Weise kann der Motor keine Drehmoment-bildende Energie mehr liefern. Safe Torque Off kann also überall dort eingesetzt werden, wo der Antrieb durch das Lastmoment oder durch Reibung innerhalb einer ausreichenden Zeitspanne selbst zum Stillstand kommt, oder wenn das „Austrudeln“ des Antriebs keine sicherheitstechnische Relevanz hat.
In Kombination mit einer sicheren Bremse (SBC) wäre auch eine Anwendung in Vertikalachsen möglich. STO ist folglich gegenüber herkömmlicher Sicherheitstechnik auf Basis von elektromechanischen Schaltgeräten immer dann die beste Wahl, wenn beim Anlagenbau der Platz für solch separate Komponenten knapp ist, und der Aufwand für deren Verdrahtung und Wartung zu groß. Ein weiterer Vorteil: wegen der schnellen elektronischen Schaltzeiten hat die Funktion eine kürzere Reaktionszeit als die elektromechanischen Komponenten einer herkömmlichen Lösung. Gerade bei hochintegrierten Systemen kann das ein unschlagbarer Vorteil sein.
Und dank der – ebenfalls im STO-Prinzip vorgesehenen – Wiederanlaufsperre, wird unter anderem auch ein ungefährdetes Arbeiten bei offener Schutztür und mit Maschinen und Anlagen mit bewegten Achsen möglich. Ideal für die neu entwickelten Motion Controller des Antriebsspezialisten aus Schönaich, da diese vor allem im Bereich Robotik, Medizin- und Labortechnik, Pick & Place, industrieller Geräte- und Sondermaschinenbau sowie in der Automatisierungstechnik eingesetzt werden sollen.





