Der Wandel in der Automobilproduktion vollzieht sich auf Prozessebene grundlegend: Während klassische Verbrennungsmotoren-Fertigung traditionell auf halbautomatische Verfahren setzte, entwickeln sich Batteriezellproduktion und Elektromotorenmontage zunehmend zu vollautomatisierten Prozessen. Das stellt Anlagenbauer und Systemintegratoren vor neue Anforderungen an Handhabungstechnik, Aktorik und Prozesszuverlässigkeit.
Festo adressiert diesen Bedarf mit einem breiten Portfolio entlang der elektromobilen Wertschöpfungskette. Laut Pressemitteilung des Unternehmens vom 29. Mai 2026 umfasst das Lösungsangebot sowohl die Batteriezellfertigung als auch die anschließende Montage von Elektromotoren. Der wirtschaftliche Stellenwert ist erheblich: Batteriezellen machen nach Unternehmensangaben rund 40 Prozent der Wertschöpfung bei der Herstellung eines Elektrofahrzeugs aus – ein Anteil, der den Automatisierungsgrad direkt beeinflusst.
Besonders relevant ist die Entwicklung in Europa: Auf keinem anderen Kontinent steigen die Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien derzeit schneller. Neue Gigafactories und Zellfabriken entstehen unter anderem in Deutschland, Schweden, Polen und Ungarn. Diese Anlagen sind von Grund auf für hochautomatisierte Prozesse ausgelegt und benötigen Komponenten, die präzise Handhabung empfindlicher Zellformate – ob prismatisch, zylindrisch oder als Pouch-Zelle – sicher und reproduzierbar ermöglichen.
Für die Batteriezellfertigung stehen dabei vor allem die Handhabung von Elektroden und Separatoren, das Stapeln und Wickeln der Zellverbunde sowie das Befüllen und Versiegeln im Fokus. Diese Prozesse erfordern berührungsarme oder schonende Greiftechnik, kontaminationsfreie Aktorik sowie eine hohe Taktfrequenz bei gleichzeitig enger Prozesskontrolle. Festo bietet hier pneumatische und elektrische Antriebslösungen, die für Reinraum- und Schutzgasatmosphären geeignet sind.
Bei der Elektromotorenmontage – etwa beim Einpressen von Rotoren, dem Vergießen von Wicklungen oder der Qualitätsprüfung von Statorpaketen – sind präzise Kraft-Weg-Regelung und reproduzierbare Fügeprozesse entscheidend. Elektrische Achsen und Mehrachssysteme von Festo lassen sich hier in verkettete Automationslinien integrieren und über gängige Feldbusschnittstellen in übergeordnete Steuerungsarchitekturen einbinden.
Der strukturelle Trend zur Vollautomatisierung in der E-Mobilitätsfertigung wird sich mit weiter steigenden Stückzahlen und zunehmendem Kostendruck auf Zellebene weiter beschleunigen. Automatisierungsanbieter, die prozessspezifisches Know-how mit einem breiten Komponentenportfolio verbinden, sind dabei als Systemlieferanten gefragt – ein Ansatz, den Festo mit seinem Fokus auf die gesamte Prozesskette der Elektroantriebsherstellung verfolgt.





