Der Messtechnikmarkt erlebt eine weitere Konsolidierungswelle: Fortive, der US-amerikanische Technologiekonzern, bündelt seine Test- und Messtechnik-Aktivitäten unter einem gemeinsamen Dach. Betroffen sind etablierte Marken wie Tektronix und Keithley, die in der Elektronikindustrie und der industriellen Messtechnik seit Jahrzehnten gesetzt sind. Laut Elektronikpraxis (Vogel) entsteht damit ein neuer globaler Player, der Prüf- und Messtechnik-Kompetenz konzernweit zusammenführt.
Für Ingenieure in der Automatisierungstechnik ist die Einordnung relevant: Tektronix steht traditionell für Oszilloskope, Signalanalysatoren und Protokolltester, die in der Entwicklung und Fehlersuche an Steuerungen, Antrieben und Feldbussystemen eingesetzt werden. Keithley hingegen ist bekannt für Präzisionsmesstechnik im Bereich Source-Measure-Units (SMU), Picoamperemeter und parametrische Testsysteme – Werkzeuge, die vor allem in der Halbleitercharakterisierung und Qualitätssicherung elektronischer Baugruppen gefragt sind.
Die organisatorische Zusammenführung dieser Marken unter einem Konzerndach folgt einem Trend, den die Branche seit Jahren beobachtet: Anbieter versuchen, durch Portfoliokonsolidierung Synergien in Vertrieb, Service und Softwareentwicklung zu heben. Für den Anwender kann das bedeuten, dass künftig übergreifende Softwareplattformen für Datenerfassung, Auswertung und Gerätesteuerung verfügbar werden – ein Aspekt, der in modernen IIoT-Architekturen zunehmend relevant ist.
Praktisch relevant wird die Neuaufstellung vor allem dort, wo Unternehmen mehrere Geräteklassen beschaffen: Wer heute für EMV-Vorprüfungen ein Spektrumanalysatorsetup von Tektronix nutzt und gleichzeitig Halbleiterbauelemente mit Keithley-SMUs charakterisiert, könnte künftig von einheitlichen Serviceverträgen, gemeinsamer Kalibrierdokumentation und konsolidierten Einkaufskonditionen profitieren.
Kritisch zu beachten bleibt, dass Markenzusammenführungen in der Vergangenheit nicht immer zu einer Verbesserung der Produktverfügbarkeit oder des technischen Supports geführt haben. Anwender sollten bei laufenden Projekten und langfristigen Geräteinvestitionen prüfen, wie sich Ersatzteilversorgung und Firmware-Support unter dem neuen Organisationsmodell entwickeln. Angaben zu konkreten Produktänderungen oder Abkündigungen lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung durch Elektronikpraxis nicht vor.
Insgesamt signalisiert die Neuaufstellung von Fortive, dass der globale Markt für elektronische Test- und Messtechnik weiter in Bewegung bleibt. Für Automatisierungsingenieure, die auf zuverlässige Prüfmittel in Entwicklung, Produktion und Instandhaltung angewiesen sind, lohnt es sich, die weiteren Schritte des Konzerns hinsichtlich Produktportfolio und Supportstruktur zu verfolgen.
Quelle: ELEKTRONIKPRAXIS (Vogel) – https://www.elektronikpraxis.de/ein-neuer-globaler-player-buendelt-test-expertise-a-afba401c0b7f2ea68c41bb64df3642ac/





