Alexander Japs, M.Sc., Mitarbeiter im Geschäftsbereich Control Systems, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont
Durch die Nutzung der Werkzeuge kann jede Projektaufgabe mit dem passenden Tool realisiert werden. Für regelungstechnische Anwendungen kommt beispielsweise Matlab/Simulink zum Einsatz, Visualisierungen werden in C# geschrieben und die aufgenommenen Daten in der Proficloud gespeichert. Die in den verschiedenen Disziplinen erzeugten Projektteile lassen sich anschließend im Engineering-Tool PLCnext Engineer zusammenführen, ohne dass sich der Entwickler Gedanken über Determinismus und Echtzeitfähigkeit machen muss. Das übernimmt die PLCnext-Firmware. Das Ziel eines offenen Steuerungssystems ist mit der offenen Firmware-Architektur allerdings nicht zu Ende gedacht: 2019 stellte Phoenix Contact die flexible Erweiterung der Steuerungen durch ein Linksanreihungssystem vor. Unabhängig vom Angebot einer entsprechenden Softwarelösung steht jetzt eine Hardware mit vielen Freiheitsgraden zur Verfügung.
In den letzten Jahren wurden zusätzliche Aufgaben in die Steuerung verlagert, die nun weit mehr als die Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe von Daten leisten muss. Daher waren die Grenzen klassischer Steuerungssysteme schnell erreicht. Aufgrund der Individualität der Echtzeit-Betriebssysteme erweist sich die Erweiterung der SPS außerhalb des Laufzeitsystems als aufwendig und teuer. Darüber hinaus kann ein solcher Schritt nicht abschätzbare Auswirkungen auf das Echtzeitsystem haben. Doch es geht auch einfacher: Das offene Steuerungssystem von Phoenix Contact besteht aus in sich geschlossenen Komponenten, die nur über definierte Schnittstellen miteinander kommunizieren. So lassen sich Einflüsse besser beurteilen und neue Funktionen schneller integrieren – unabhängig davon, ob die Funktionen in Echtzeit laufen müssen oder nicht.
Datenaustausch über PCIe-Bus
In einer schnelllebigen Zeit ist es nahezu unmöglich, Expertenwissen in allen Bereichen der Automation aufzubauen. Außerdem liegt die Halbwertszeit des Know-hows im IT-Bereich bei weniger als zwei Jahren. Vor diesem Hintergrund sollen sich Steuerungssysteme schnell an geänderte Rahmenbedingungen anpassen und Expertenwissen einfacher in sie einbeziehen lassen. Mit der PLCnext Technology hat Phoenix Contact hier ein Ecosystem entwickelt, das neben den Steuerungen die Engineering-Umgebung PLCnext Engineer, den offenen Online-Marktplatz PLCnext Store, den Erfahrungsaustausch in der PLCnext Community und die Proficloud beinhaltet.
Im Steuerungsportfolio finden sich Geräte unterschiedlicher Leistungsklassen. Als Unterkategorie der PLCnext-Steuerungen erlaubt das Linkanreihungssystem die Erweiterung der SPS in Axioline-Bauform um Funktionen, die sie bislang nicht umfasst. Die Linksanreihungsmodule, die lediglich in Verbindung mit der passenden SPS verwendet werden können, tauschen Daten über PCIe aus. Auf der linken Seite der Steuerung werden Bussockel-Module zur Rangierung des PCIe-Busses genutzt. Ein Versteckschutz sorgt dafür, dass der Mitarbeiter die Bussockel- und Extension-Module korrekt ineinandersteckt. Die Anzahl der anschließbaren Erweiterungsmodule wird durch die physikalischen Grenzen der SPS und des PCIe-Busses limitiert.





