Andreas Gees, stv. Chefredakteur elektro AUTOMATION
Industrie 4.0 ist auch für viele Helmholz-Kunden ein aktuelles Thema. Das Unternehmen, das historisch aus der Fernwartung bzw. aus der Industrieelektronik für die Automatisierung kommt, verfügt über umfangreiche Erfahrung auf dem Gebiet der industriellen Kommunikation. Die Kunden benötigten schon in der Vergangenheit Lösungen für die Fernwartung ihrer Anlagen beim Endkunden. Das hat mit Analogmodems begonnen und reichte über ISDN und GSM zu DSL; heute bietet das Unternehmen Internet-Fernwartung auf der Basis von Router-Technologie.
Cloud und Router
Helmholz hat mit der REX 100- bzw. REX 300-Serie verschiedene Router für die Ethernet-Kommunikation entwickelt, die die speziellen Anforderungen des Maschinenbauers erfüllen. Die Geräte bauen Verbindungen über eine VPN-Verschlüsselung auf und sorgen so für eine hohe Sicherheit bei der Datenübertragung. Ziel des Unternehmens ist es, dem Maschinenbauer Lösungen anzubieten, die einfach einzurichten und zu nutzen sind. Die klassische Fernwartungslösung, mit der das Unternehmen 2009 gestartet ist, basiert auf der ersten Version des Portals myREX24 für die reine Fernwartung. Mit der Version 2 steht nun eine Cloud-Lösung zur Verfügung, die weit über die Fernwartung hinausgeht.
Mit myREX24 V2 ist es nun möglich, Werte aus den SPSen zu lesen und Alarme auszulösen, Daten zu sammeln, zu protokollieren und zu visualisieren, und das alles in einer Cloud-Umgebung. Über WEB2go und jedes HTML5-fähige Mobile-Device lässt sich auf Daten und den Prozess zugreifen. „Das ist eine deutliche Ergänzung unseres bisherigen Basisangebots“, erklärt dazu Carsten Bokholt, Geschäftsführer von Helmholz: „Da die meisten Kunden noch immer über die Fernwartung zu uns kommen, stellen die Industrie-4.0-Funktionalitäten nun ein passendes Add on dar „, ergänzt er. Viele Lösungen am Markt unterstützen Industrie-4.0-Konzepte, bieten jedoch keine Fernwartung. Sie basieren darauf, möglichst umfangreich Daten zu sammeln, um sie dann auswerten zu können. Anders als Helmholz haben diese Unternehmen jedoch meist keine Erfahrungen bei der Anbindung der Automatisierungs-Komponenten an den Prozess und den zugehörigen SPS-Engineering-Tools.
Router als Edge-Gateways
Das Edge-Computing basiert auf dem Konzept, Daten über den Router einer Maschine direkt in die Cloud zu senden. Der Router ist ein typisches Edge-Device, das eine VPN-Verbindung herstellen kann. „Mit dieser Technologie sind wir bei unseren Kunden sehr erfolgreich“, erläutert der Geschäftsführer: „Der kleine und mittelständische Maschinenbau, aber auch Anwender in Energie und Umwelt sowie Spezialisten für Infrastruktur oder Gebäudeautomation wünschen sich unkomplizierte Lösungen.“ Während der Nutzen der Fernwartung unbestritten ist, müssen sich bei vielen Industrie-4.0-Ansätzen die Geschäftsmodelle erst noch herauskristallisieren.





