Hilscher hat seine PCI-Express-PC-Kartenserie um eine Variante für CC-Link Remote Device erweitert. Die bisher unter der Bezeichnung CC-Link Slave bekannte Geräteklasse ermöglicht es, PC-basierte Steuerungs- und Automatisierungssysteme als Teilnehmer in CC-Link-Netzwerken zu betreiben. Mit der neuen Karte steht dieser Funktionsumfang nun auf Basis des hauseigenen netX-90-Kommunikations-SoC zur Verfügung.
CC-Link ist ein in Japan weit verbreiteter Feldbus-Standard, der vor allem in Anlagen mit Mitsubishi-Electric-Steuerungen anzutreffen ist und in der asiatischen Fertigungsindustrie eine erhebliche installierte Basis besitzt. Für Maschinenbauer und Systemintegratoren, die ihre Anlagen auf diesen Märkten vertreiben oder dort in bestehende Fertigungslinien einbinden müssen, ist die native CC-Link-Anbindung ein praxisrelevantes Kriterium bei der Auswahl von Kommunikationshardware.
Der netX 90 ist Hilschers aktuell aktiver Netzwerk-Controller-SoC, der Multiprotokoll-Kommunikation auf einer einzelnen Hardware-Plattform erlaubt. Durch die Verlagerung der Protokolllogik in den SoC und zugehörige Firmware-Stacks bleibt die physische Karte für verschiedene Protokollvarianten identisch; das konkrete Netzwerkprotokoll wird über die aufgespielte Firmware bestimmt. Dieses Prinzip vereinfacht Lagerhaltung und Qualifizierungsprozesse auf Anwenderseite.
Die neue Variante ergänzt die bereits verfügbaren PCIe-Karten für Industrial-Ethernet-Protokolle wie PROFINET, EtherNet/IP oder EtherCAT sowie klassische Feldbusse. Für Systemintegratoren bedeutet das eine einheitliche Treiber- und Konfigurationsinfrastruktur über unterschiedliche Netzwerkstandards hinweg. Hilscher stellt für die netX-basierten PC-Karten in der Regel einen CIFX-Treiber bereit, der unter gängigen Betriebssystemen wie Windows und Linux läuft und eine standardisierte API zur Applikationsanbindung bietet.
Aus Anwendungssicht ist die PCIe-Formfaktor-Familie relevant für industrielle PCs und Embedded-PC-Plattformen, die einen freien PCIe-Slot mitbringen — also typischerweise Panel-PCs, Rack-Industrie-PCs oder speicherprogrammierbare Steuerungen mit PC-basierter Architektur. Low-Profile- und Standard-Varianten adressieren dabei unterschiedliche Gehäuseformate.
Die Erweiterung um CC-Link Remote Device ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass westliche Maschinenbauer für Exportmärkte — insbesondere Japan, China und Südostasien — zunehmend Feldbus-Varianten anbieten müssen, die dort als De-facto-Standard gelten. Die Integration über eine standardisierte PCIe-Karte mit einheitlichem Treiber-Stack reduziert den Entwicklungsaufwand gegenüber einer vollständig eigenständigen CC-Link-Implementierung erheblich.
Quelle: Hilscher Presse – https://www.hilscher.com/de/hilscher-das-unternehmen/news/neue-pci-express-pc-karten-um-cc-link-erweitert





