Die Hilscher Gesellschaft für Systemautomation mbH aus Hattersheim hat im August 2026 die Zertifizierung nach ISO/IEC 27001 erlangt. Die international anerkannte Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS) belegt, dass das Unternehmen den Umgang mit sensiblen Informationen – von Kundendaten über Entwicklungsunterlagen bis hin zu Betriebsgeheimnissen – systematisch und nachweisbar absichert. Für einen Hersteller, dessen Produkte tief in industrielle Kommunikationsinfrastrukturen eingebettet sind, ist diese Zertifizierung mehr als ein formales Gütezeichen.
Hilscher ist im Markt für industrielle Kommunikation vor allem durch seine netX-Chip-Familie bekannt, die Multiprotokoll-Kommunikation auf einem einzigen SoC ermöglicht und in einer Vielzahl von Feldgeräten, Steuerungen und Gateways eingesetzt wird. Darüber hinaus bietet das Unternehmen PC-Karten für Industrial Ethernet und Feldbus, Managed-IIoT-Lösungen sowie Edge-Computing-Plattformen mit Container-Management an. Diese Produktbreite bedeutet, dass Hilscher in der Lieferkette vieler Maschinenbauer und Systemintegratoren eine kritische Rolle einnimmt – und damit auch entsprechende Anforderungen an seine eigene Informationssicherheit erfüllen muss.
Der regulatorische Kontext verleiht der Zertifizierung zusätzliche Relevanz. Der europäische Cyber Resilience Act (CRA), der Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen zu Nachweisen über Cybersicherheit entlang des gesamten Produktlebenszyklus verpflichtet, sowie die NIS2-Richtlinie, die verschärfte Anforderungen an Betreiber kritischer und wichtiger Einrichtungen stellt, schaffen für Industriekomponenten-Hersteller neuen Compliance-Druck. Eine ISO/IEC-27001-Zertifizierung bildet dabei zwar keine direkte rechtliche Konformität ab, gilt jedoch als anerkannte Grundlage zur Erfüllung verschiedener regulatorischer Anforderungen und kann in Ausschreibungen und Lieferantenaudits als belastbarer Nachweis dienen.
Für die Abnehmer von Hilscher-Komponenten – also OEMs, die netX-Chips in eigene Geräte integrieren, oder Systemintegratoren, die Hilscher-Gateways einsetzen – signalisiert die Zertifizierung, dass der Lieferant Informationssicherheit als Prozess verankert hat. In einer Branche, in der Cyberangriffe auf OT-Umgebungen zunehmen und Lieferkettensicherheit verstärkt in den Fokus gerät, ist die Absicherung auch auf Zuliefererebene ein zunehmend gewichtetes Kriterium bei der Lieferantenqualifizierung.
Die Zertifizierung reiht sich in einen breiteren Trend ein: Industrielle Kommunikationsanbieter positionieren sich verstärkt als vertrauenswürdige Infrastrukturkomponenten, nicht nur im Sinne funktionaler Zuverlässigkeit, sondern auch hinsichtlich Security-by-Design und nachweisbarer Governance-Strukturen. Für Hilscher bedeutet der ISO/IEC-27001-Nachweis eine Stärkung der Marktposition in einem Wettbewerbsumfeld, in dem regulatorische Anforderungen zunehmend als Differenzierungsmerkmal wirken.
Quelle: Hilscher Presse – https://www.hilscher.com/de/hilscher-das-unternehmen/news/hilscher-erhaelt-iso/iec-27001-zertifizierung-und-staerkt-informationssicherheit





