Interview: Irene Knap, Redakteurin, elektro AUTOMATION
elektro AUTOMATION: Was ist das Besondere an der neuen IDS-NXT-Serie?
Seitz: Die IDS-NXT-Plattform bildet die Basis für eine neue Generation äußerst wandlungsfähiger Industriekameras von IDS. Sie führen Aufgaben autonom aus oder unterstützen PC-Anwendungen sowie Maschinensteuerungen mit vorverarbeiteten Daten. Und durch unser App-basiertes Funktionsprinzip sind die Kameras IDS NXT Rio & Rome, die eine neue Evolutionsstufe digitaler Industriekameras bilden, dabei so wandlungsfähig wie Smartphones. Anwender bestimmen durch Vision Apps schnell und flexibel, welche Bildverarbeitungsaufgabe ausgeführt werden soll. Wiederkehrende Vision-Aufgaben lassen sich damit schnell einrichten und wechseln. Aber auch maßgeschneiderte Lösungen sind damit sehr einfach realisierbar. Per App-Entwicklungskit können Anwendern individuelle Vision Apps in wenigen Schritten selbst erstellen und auf IDS-NXT-Kameras installieren sowie ausführen. Je nach App liefert die Kamera Ergebnisse oder Signale direkt an Maschinensteuerungen oder unterstützt PC-basierte Anwendungen mit vorverarbeiteten Daten. Als vollwertige Industriekamera agieren sie zudem weiterhin auch als klassischer Bildlieferant. Darüber hinaus ermöglicht eine von IDS entwickelte KI-Vision-App sogar eine Verwendung als KI-Beschleuniger und macht die IDS-NXT-Plattform somit „KI-Ready“.
elektro AUTOMATION: Inwiefern unterscheidet sich das Vision-App-basierte IDS-NXT-Konzept von anderen programmierbaren Kameras, die es Anwendern ermöglichen, selbst erstellte Funktionalitäten direkt in der Kamera auszuführen?
Seitz: IDS NXT Rio & Rome sind extrem vielseitige Embedded-Vision-Geräte. Als Teil der IDS-NXT-Produktfamilie profitieren sie von der frei programmierbaren Plattform, die für eine Vielzahl von Anwendungen entwickelt wurde. Obwohl die Kameras individuelle Bildverarbeitungsaufgaben in Form von Vision Apps zur Laufzeit laden und ausführen können, besitzen sie den Funktionsumfang und die Datenübertragungsleistung einer Standard-Industriekamera mit GenICam-Schnittstelle. IDS kombiniert somit mit dieser neuen Kamerafamilie zwei Geräte in einem. Hardwareseitig wird die Kameraplattform durch einen zur Laufzeit programmierbaren FPGA unterstützt, wodurch der komplette Datenpfad flexibel nutzbar wird. Eine von IDS entwickelte KI-Vision-App verwandelt diesen parallel arbeitenden FPGA der Modelle Rio und Rome in einen KI-Prozessor, der viele bereits bekannte Architekturen künstlicher neuronaler Netze (KNN) Hardware-beschleunigt ausführen kann.
elektro AUTOMATION: Können die entsprechenden Daten in Drittanwendungen genutzt werden?





