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    Inline-Sonde von Parsum misst Partikelgrößen präzise
    Foto: Foto: Eric Prouzet / Unsplash
    Sensorik & Messtechnik

    Inline-Sonde von Parsum misst Partikelgrößen präzise

    Produktionsüberwachung in der Prozessindustrie: Präzise Inline-Sonde von Parsum misst Partikelgrößen von 50 µm bis 6 mm selbst in großen Behältern.
    Veröffentlicht
    07. Juni 2018
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Sensorik & Messtechnik

    Holger Göttmann, Redakteur, Pressebüro Gebhardt-Seele /ABOPR Pressedienst B.V., München

    Besonders in der chemischen Industrie aber auch in der Pharma-Branche werden oft sehr große Wirbelschichten oder High-Shear-Mischer mit einem Durchmesser von mehreren Metern verwendet“, berichtet Stefan Dietrich, Geschäftsführer bei Parsum. „Damit auch an bisher unerreichbaren Stellen eines Prozess-Behälters die Partikelgröße ermittelt werden kann, haben wir das Optik-Konzept unserer bewährten IPP-70-Sonde für die IPP 75-S weiterentwickelt, um besonders lange Sondenrohre zu ermöglichen. So können wir an kritischen Stellen, die bisher für kleine Sonden unerreichbar waren, repräsentativ den Partikelstrom messen. Dadurch wird für solche Anlagen eine Optimierung erreicht und die Effizienz gesteigert.“ Durch die hohen Messraten von bis zu mehreren tausend Partikeln pro Sekunde gewährleistet die Sonde eine stabile Messung und hohe statistische Sicherheit. Das ermöglicht ein besseres Verständnis des Prozesses und somit eine effiziente Optimierung. Sie ist als PAT-Tool für die chemische Industrie sowie die Pharma- und Food-Branche geeignet.

    Sonde mit Lichtleitfaser gleicht Vibrationen im Partikelstrom aus

    Die Sonde wird für Partikel mit einer Größe von 50 µm – 6 mm und einer Partikelgeschwindigkeit von 0,01 m/s – 50 m/s verwendet. Für eine besondere Widerstandsfähigkeit und um den Anforderungen in der Pharma- oder Food-Branche gerecht zu werden, besteht die Sonde aus Edelstahl und verfügt über zwei Saphirfenster, mit denen die Optik vor Verschleiß geschützt wird. Damit die Korngröße an repräsentativen Stellen im Partikelstrom gemessen werden kann, wird die Sonde in dem entsprechenden Gefäß installiert. Dafür besitzt das Sondenrohr eine Länge von 380 mm – 2.000 mm bei einem Durchmesser von 25 mm. „Die besondere Herausforderung bei der Entwicklung der IPP 75-S waren die sehr großen mechanischen Belastungen, denen eine solche Sonde im Partikelstrom ausgesetzt ist“, berichtet Dietrich. „Durch den Gegendruck des Pulvers, der Flüssigkeit oder des jeweils verwendeten Materials entstehen starke Kräfte und Vibrationen in den großen Behältern. Daher nutzen wir einen verstärkten Flansch zur Befestigung, damit mögliche Biegungen und Vibrationen des Sondenrohres im Arbeitsprozess keinen Einfluss auf das Messergebnis haben.“ Auch das Herzstück der Inline-Sonde – die neue Optik – ist vor diesem Hintergrund entwickelt worden, denn erst durch das robuste Beleuchtungskonzept ist die lange Sondenausführung möglich geworden. Dafür sitzt im hinteren Teil des Gehäuses eine Laserdiode, deren Lichtstrahl über eine Lichtleitfaser nach vorn ins Messvolumen geführt wird. Dort ermittelt die Sonde mitten im Partikelstrom die Abmessungen aller vorbeiströmenden Teilchen. Dank dieser Konstruktion mit einer flexiblen Faser können Anlagenschwingungen, wie sie häufig in Industrieanlagen auftreten, ausgeglichen werden. „Sogar gebogene Sonden können wir dank dieser Technik herstellen“, erklärt Dietrich. „Die Faser biegt sich mit dem Rohr, leitet den Laserstrahl und ermöglicht somit eine präzise Ausleuchtung des Messvolumens. Auf diese Weise können wir einer Verschlechterung der Signalqualität durch Rauschen oder Vibrationen entgegensteuern.“

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    Anpassbares Prozess-Interface

    Bei Labormessungen unterliegen die vom Prozess entnommenen Proben häufig subjektiven Einflüssen und können durch die lediglich punktuelle Information den Prozess nicht richtig abbilden. Inline-Messungen hingegen können durch ein geeignetes Prozess-Interface auf das Arbeitsumfeld vor Ort eingehen und somit kontinuierlich präzise Messergebnisse garantieren. In Wirbelschichten mit feuchten oder klebrigen Materialien besteht beispielsweise das Risiko, dass die Optik zu schnell verschmutzt. Daher vereinzeln und verdünnen die Sonden des Herstellers durch einen speziellen Inline-Dispergierer den Partikelstrom im Prozessgefäß. „Beim Dispergieren werden die Partikel mit Druckluft angesaugt und durch das Messvolumen geführt“, erläutert Dietrich. „Dieser gerade und kurze Weg garantiert, dass keine Separationseffekte bei der Vereinzelung auftreten, Granulate nicht zerstört werden, aber ebenso die Sondenoptik nicht verschmutzt wird.“ Mittlerweile hat das Unternehmen hierfür die zweite Generation der Inline-Dispergierer entwickelt: D24 und D12. Dank einer veränderten Strömungsgeometrie lässt sich die Optik besser freihalten, wodurch die Inline-Partikelmesssonden in vielen Fällen bis zu mehrere Wochen innerhalb der Prozesse verbleiben können, ehe man sie reinigen muss. Bei der Flüssigmesszelle FZ1 handelt es sich um ein weiteres Prozess-Interface, mit dem sich die Partikelgrößenverteilung in einem Fluid bestimmen lässt. Dabei wird ein Glasrohr im Messvolumen der Sonde platziert und die Flüssigkeit dank eines Bypassstroms in den Messkreislauf gepumpt. So kann die Flüssigkeit nicht austreten und die Sonde wird nicht kontaminiert. „Dank diesen und ähnlichen Zusatzkomponenten lassen sich unsere Inline-Messsonden optimal an die jeweiligen Anforderungen des Prozesses anpassen“, resümiert Dietrich. „Beispielsweise mit einer Entnahmesonde für besonders kleine Prozessbehälter oder mit Spülzellen für frei fallende oder pneumatisch geförderte Partikel und Granulate.“

    Messsoftware ermöglicht viele Anwendungen

    Durch die umfangreiche und flexibel anpassbare Messsoftware werden die Ergebnisse der Inline-Partikelmesssonde für den Anwender unkompliziert und übersichtlich aufbereitet. Den Kern dieser Software bildet das IPP-Modul, das für den anspruchsvollen GMP-Bereich in der pharmazeutischen Industrie durch das ParsumView-Modul erweitert werden kann. „Wir entwickeln unsere Software ständig weiter, verbessern die Funktionen oder ergänzen neue Features nach dem Feedback unserer Anwender“, berichtet Dietrich. „So haben wir etwa ein Umrechnungsmodul entwickelt, das für kugelförmige Partikel die primär gemessene Sehnenlänge in Durchmesser umwandelt. Auch besteht die Möglichkeit, das Aspektverhältnis bei vergleichsweise homogenen Partikeln zu bestimmen. Dadurch kann die Relation von Länge und Breite mithilfe der vorhandenen Daten ohne zusätzlichen Hardware-Aufwand ermittelt werden.“ Der bisher angebotene OPC-Server nach DA-Standard (Data Access) zur Datenübertragung an Leitsysteme oder Prozesssteuerungen wurde durch eine Version nach UA-Standard (Unified Architecture) erweitert, um ihn noch anwenderfreundlicher zu gestalten. Auf diese Weise lässt sich die Messsoftware des Herstellers den Anforderungen des Anwenders optimal anpassen. jg

    Details zu Inline-Partikelmesssystemen von Parsum hier.pro/81dHq

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