Holger Göttmann, Redakteur, Pressebüro Gebhardt-Seele /ABOPR Pressedienst B.V., München
Besonders in der chemischen Industrie aber auch in der Pharma-Branche werden oft sehr große Wirbelschichten oder High-Shear-Mischer mit einem Durchmesser von mehreren Metern verwendet“, berichtet Stefan Dietrich, Geschäftsführer bei Parsum. „Damit auch an bisher unerreichbaren Stellen eines Prozess-Behälters die Partikelgröße ermittelt werden kann, haben wir das Optik-Konzept unserer bewährten IPP-70-Sonde für die IPP 75-S weiterentwickelt, um besonders lange Sondenrohre zu ermöglichen. So können wir an kritischen Stellen, die bisher für kleine Sonden unerreichbar waren, repräsentativ den Partikelstrom messen. Dadurch wird für solche Anlagen eine Optimierung erreicht und die Effizienz gesteigert.“ Durch die hohen Messraten von bis zu mehreren tausend Partikeln pro Sekunde gewährleistet die Sonde eine stabile Messung und hohe statistische Sicherheit. Das ermöglicht ein besseres Verständnis des Prozesses und somit eine effiziente Optimierung. Sie ist als PAT-Tool für die chemische Industrie sowie die Pharma- und Food-Branche geeignet.
Sonde mit Lichtleitfaser gleicht Vibrationen im Partikelstrom aus
Die Sonde wird für Partikel mit einer Größe von 50 µm – 6 mm und einer Partikelgeschwindigkeit von 0,01 m/s – 50 m/s verwendet. Für eine besondere Widerstandsfähigkeit und um den Anforderungen in der Pharma- oder Food-Branche gerecht zu werden, besteht die Sonde aus Edelstahl und verfügt über zwei Saphirfenster, mit denen die Optik vor Verschleiß geschützt wird. Damit die Korngröße an repräsentativen Stellen im Partikelstrom gemessen werden kann, wird die Sonde in dem entsprechenden Gefäß installiert. Dafür besitzt das Sondenrohr eine Länge von 380 mm – 2.000 mm bei einem Durchmesser von 25 mm. „Die besondere Herausforderung bei der Entwicklung der IPP 75-S waren die sehr großen mechanischen Belastungen, denen eine solche Sonde im Partikelstrom ausgesetzt ist“, berichtet Dietrich. „Durch den Gegendruck des Pulvers, der Flüssigkeit oder des jeweils verwendeten Materials entstehen starke Kräfte und Vibrationen in den großen Behältern. Daher nutzen wir einen verstärkten Flansch zur Befestigung, damit mögliche Biegungen und Vibrationen des Sondenrohres im Arbeitsprozess keinen Einfluss auf das Messergebnis haben.“ Auch das Herzstück der Inline-Sonde – die neue Optik – ist vor diesem Hintergrund entwickelt worden, denn erst durch das robuste Beleuchtungskonzept ist die lange Sondenausführung möglich geworden. Dafür sitzt im hinteren Teil des Gehäuses eine Laserdiode, deren Lichtstrahl über eine Lichtleitfaser nach vorn ins Messvolumen geführt wird. Dort ermittelt die Sonde mitten im Partikelstrom die Abmessungen aller vorbeiströmenden Teilchen. Dank dieser Konstruktion mit einer flexiblen Faser können Anlagenschwingungen, wie sie häufig in Industrieanlagen auftreten, ausgeglichen werden. „Sogar gebogene Sonden können wir dank dieser Technik herstellen“, erklärt Dietrich. „Die Faser biegt sich mit dem Rohr, leitet den Laserstrahl und ermöglicht somit eine präzise Ausleuchtung des Messvolumens. Auf diese Weise können wir einer Verschlechterung der Signalqualität durch Rauschen oder Vibrationen entgegensteuern.“





