Peter Lange, Business Development Manager European Fixed Robotic Team, Omron Electronics GmbH, Langenfeld
1. Taxizentrale für mobile Roboter 2. Kollaborative Roboter sind der nächste Schritt
Von traditionellen Produktionslinien hat jeder ein Bild im Kopf: Komplettsysteme, die stets nur bestimme Produkte in großer Stückzahl produzieren. Nach und nach werden beispielsweise Rohlinge eingelegt, verarbeitet und abtransportiert. Dabei ist der Produktfluss starr. Wenn das zu erstellende Produkt gewechselt wird, muss die Anlage erst leerlaufen und anschließend umgerüstet werden. Bei dieser Struktur kommt eine auftragsspezifische Individualisierung nicht in Frage, da sie schlicht nicht realisierbar ist. Allerdings kann auch die Serienfertigung den Herstellern Schwierigkeiten bereiten. Kostenfaktoren wie Stillstands- und Umrüstzeiten müssen hier ebenfalls bedacht werden. Diese fallen zum Beispiel an, wenn ein Automobilzulieferer erst 10.000 Teile für Kfz-Hersteller A, danach 5000 für Hersteller B und dann 1000 für Hersteller C produziert. Wer die traditionelle Fertigungslinie aufbricht, erhält dadurch die Option, die Produktion flexibler zu gestalten. Heraus kommen dabei Prozessmodule, mit denen Produkte kundenspezifisch zusammengestellt werden können. Die aufgebrochene Produktionslinie kann sich immer weiter verzweigen und ermöglicht so eine spezifische Verarbeitung eines einheitlichen Ausgangsprodukts. Wird zukünftig auf ein Produkt eines Zweigs verzichtet, können die Prozessmodule auf den anderen trotzdem weiterlaufen. Außerdem lassen sich die Module bei Bedarf anders anordnen. Häufig werden fahrerlose Transportsysteme (FTS, engl. Automated Guides Vehicle/AGV) beziehungsweise sogenannte Mobilroboter eingesetzt, um einen flexiblen und zuverlässigen Warenfluss zwischen solchen einzelnen Modulen zu gewährleisten. Sie steuern auftragsbezogen die unterschiedlichen Fertigungszellen an und beschicken sie. Mit Faktoren wie immer variableren Produkten in kleinen Stückzahlen, sich ständig ändernden Produktionsbedingungen oder der Just-in-time-Bereitstellung unterschiedlicher Werkstückteile können sie flexibel umgehen. So eine Flexibilität ist in vielen Branchen gefragt, angefangen vom Online-Handel im Consumerbereich bis hin zur Automobilindustrie. Der Automatisierungsspezialist Omron Electronics GmbH liefert mit den autonomen Mobilrobotern der LD-Serie dafür gute Voraussetzungen.
Taxizentrale für mobile Roboter
Ihre Aufgaben erledigen die mobilen Roboter völlig autonom. Die intelligenten Fahrzeuge orientieren sich an den räumlichen Gegebenheiten ihrer Anlage und passen sich an diese an. Die autonome Kartierung der On-Board-Steuerung sorgt dafür, dass die verschiedenen Wege nicht vorprogrammiert werden müssen. Für die Flottensteuerung gibt es den Enterprise Manager, der damit quasi eine eigene Taxizentrale bildet. Per WLAN verteilt er Aufträge an die mobilen Roboter. Dabei wählt er passende Fahrzeuge aus. Zudem optimiert er den Verkehrsfluss und verwaltet Systemparameter der gesamten Fahrzeugflotte, so zum Beispiel den Ladezustand der Batterien. Kommunizieren kann er unter anderem mit Fabriksystemen wie MES, WMS und ERP. Auf der Mobile-Planner-Benutzeroberfläche kann der Anwender jederzeit Informationen zu den mobilen Robotern abrufen.





