Frank Geißler, Director Sales Kontron AIS GmbH in Dresden
Inhaltsverzeichnis 1. Die Zahl der Protokolle, Formate und Schnittstellen wächst 2. Skalierbarkeit macht den Unterschied 3. Ohne Zeitstempel sind Daten nicht aussagekräftig 4. Fabrik-AI im Kommen 5. Aufwände für Schnittstellenprogrammierung deutlich reduzieren 6. Konnektivität im Brownfield-Bereich
Mittlerweile nutzen 59 % der deutschen Industrieunternehmen mit mehr als hundert Mitarbeitern Anwendungen aus dem Bereich der Industrie 4.0. Das stellt eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom über den Digitalisierungsgrad in Fabriken fest. Weitere 22 % planen konkret den Einsatz solcher Anwendungen. Bei knapp drei Viertel der Unternehmen ändern sich durch Industrie 4.0 sogar ganze Geschäftsmodelle. Das Konzept von Industrie 4.0 basiert auf einer weitgehenden Vernetzung in Produktionsumgebungen. Allerdings unterscheiden sich die Datenquellen oft erheblich: Das reicht von Sensoren und Aktoren über Maschinensteuerungen (SPS oder PC-basierend) bis hin zu Robotersteuerungen. Gerade im Brownfield-Umfeld liefern ältere Maschinentypen als Datenoutput vielleicht nur ein Textfile. Bei Sensoren muss hingegen mit hohen Übertragungsfrequenzen teilweise im Millisekundenbereich umgegangen werden.
Die Zahl der Protokolle, Formate und Schnittstellen wächst
Konnektivität wird damit zur Grundvoraussetzung, um neue Konzepte im IoT-Kontext umzusetzen: Beispielsweise um mittels AI-Algorithmen Prozesse zu automatisieren und effizienter zu gestalten – oder mit Predictive Maintenance Produktionsausfälle zu vermeiden. Immer häufiger werden zudem Informationen an Cloud-Plattformen geliefert. Dafür kommen oft Cloud-Schnittstellen zum Einsatz, mit denen Fertigungsdaten über Protokolle wie REST, MQTT oder AMQP übertragen werden. Die Praxiserfahrung zeigt jedoch: Für viele Unternehmen ist das Thema Connectivity noch ungelöst. Die Experten in der Fabrik stehen dabei vor vielen Fragen: Wie lassen sich Maschinen mit IT-Systemen verbinden? Wie gelingt es, die Qualitätsdatenbank mit den richtigen Daten im korrekten Format zu füllen? Die Veränderung von Dateiformaten gehört dabei zum Alltag – zum Beispiel die Überführung einer CSV-Textdatei in das JSON-Format.
Skalierbarkeit macht den Unterschied
Für diese Herausforderung entwickelten die Softwareexperten der Tochterfirma Kontron AIS innerhalb der S&T-Gruppe zunächst im Rahmen von Kundenprojekten eine Lösung, die schließlich zum eigenständigen Produkt wurde: die Konnektivitäts-Plattform FabEagle-Connect. Die Software hebt sich von anderen Lösungen im Markt ab, die in der Regel nur als Eins-zu-Eins-Konverter für ganz bestimmte Datenformate fungieren, wie OPC zu MQTT. Stattdessen setzt man auf eine Middleware als Schicht mit eigener Logik. Darüber können multiple Quellen und Ziele über konfigurierbare Bausteine integriert werden. Solche Konfigurationen bestehen dann aus Komponenten für Konnektivität, Datenzugriff und Verarbeitung – zum Beispiel lassen sich Daten aus mehreren Maschinen vorbereiten und in eine Cloud-Anwendung liefern.





