Mit einem AI-Chip des israelischen Start-ups Hailo stellt der Embedded- und IoT-Hersteller Kontron eine Rechenpower an der Edge zur Verfügung, die so bisher nur in der Cloud möglich war. Damit können Unternehmen jetzt auch sehr anspruchsvolle AI-Algorithmen in der Praxis nutzen. Die Hailo-Entwicklungsumgebung ermöglicht eine besonders kurze Time-to-Market und die perfekte Abstimmung zwischen AI-Software und -Hardware.
Christoph Neumann ist VP Technology der Kontron-Gruppe in Augsburg Inhaltsverzeichnis 1. Selbstlernende Algorithmen haben Hochkonjunktur 2. Neue Performance-Höhen erklimmen 3. Schnelle Entwicklung, ausgerichtet auf den Anwendungsfall 4. Perfekt an das jeweilige neuronale Netz anpassbar 5. Vision-Applikationen am Edge 6. Praxishürden überwinden 7. AI hat Zukunft
Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence; AI) werden sich in den kommenden Jahren weiter durchsetzen. Dazu führt auch der deutlich stärkere Fokus auf Nachhaltigkeit, der sich durch eine härtere Gangart in der Klimapolitik ergibt. AI trägt nicht nur zur Automatisierung bei, sondern auch zu besserer Planung, Wartung und Vorhersage. Die Technologie vermindert Ressourcenverschwendung oder Ausschuss und unterstützt neue Mobilitätskonzepte.
Selbstlernende Algorithmen haben Hochkonjunktur
Inferenz ist dabei ein wichtiges Stichwort: Es steht dafür, mit Hilfe trainierter neuronaler Netze aus Informationen zu lernen und neue Schlüsse abzuleiten. Allerdings benötigen Inferenz-Anwendungen rund um Artificial Intelligence in aller Regel eine erhebliche Rechenleistung. Das gilt vor allem in Echtzeitszenarien wie zum Beispiel bei autonomen Fahrzeugen oder wenn es, wie in der Robotik, um das Thema Arbeitsschutz geht. Diese Voraussetzungen lassen sich mit klassischen Standard-Prozessoren nicht effektiv erreichen, denn sie verbrauchen zu viel Strom oder erreichen nicht die benötigte Geschwindigkeit. Im Grunde wird am Edge, also im Device selbst, eine Rechenpower benötig, die bisher vor allem durch High Performance Computing im Rechenzentrum geliefert werden konnte, mit entsprechenden Nachteilen bezüglich der Latenz und Zuverlässigkeit der Cloud-Verbindung. Als Embedded-Systems-Spezialist fokussiert sich Kontron daher jetzt auf neue Ansätze, um die nötige Performance auch am Edge zu ermöglichen. Mit der Integration des Hailo-8-Chips setzt Kontron auf eine Technologie, die den Anforderungen im AI-Umfeld mit einer spezifisch für das Rechnen von neuronalen Netzen entwickelten Chip-Architektur begegnet.
Neue Performance-Höhen erklimmen
Gemeinsam mit dem israelischen AI-Chip-Hersteller Hailo werden im Rahmen einer strategischen Technologiepartnerschaft AI-Edge-Inferenzlösungen der nächsten Generation entwickelt und auf den Markt gebracht. Grundlage dafür ist der Best-in-Class-Hailo-8-AI-Co-Prozessor mit einer Leistung von 26 Tera-Operationen pro Sekunde (TOPS) bei einer Effizienz von circa 3 TOPS/W. In einer typischen Applikation ergibt sich in der Regel eine Verlustleistung von nur 2,5 bis 5 W, je nach Setup und Rechenmodell. So können Edge-Geräte eine Performance erreichen, die bisher nur in der Cloud möglich war.





