1. Kupferlegierung als Alternative 2. Konzeption nach Hygienic Design
Damit Nudeln haltbar werden, müssen sie gut trocknen. So mancher Pasta-Hersteller nutzt hierfür einen 6 m hohen und 20 m langen Trocknungsraum, in dem beispielsweise Spaghetti und Tagliatelle auf Bügeln aufgehängt werden. Mit heißer Luft bei 100 bis 130 °C wird den Nudeln dann im Schnitt etwa drei Stunden lang die Feuchtigkeit entzogen. Für das gleichmäßige Bad in heißer Luft sorgen Ventilatoren an der Decke. Bisher wurden deren Antriebe fest verdrahtet, also blanke Leiterenden in Klemmen geschraubt. Das hatte allerdings einige Nachteile: Zum einen dauerte das Anschließen jedes Ventilators auch für versierte Elektriker einige Minuten – weniger versierte brauchten noch länger und es bestand Verwechslungsgefahr bei den Adern. Zum anderen war der Zeitaufwand für Wartungen oder den Austausch bei Ausfällen besonders hoch. Immerhin bedeutet eine Stunde Stillstand in einer großen Trocknungsanlage einen Produktionsverlust von mehreren Tonnen Nudeln.
Aus diesen Gründen hat sich ein weltweit führender Anbieter von Anlagen zur Nudel-Herstellung entschlossen, die Anschlussleitungen für die Ventilatoren nicht mehr fest zu verdrahten, sondern sie steckbar zu machen. Ziel war es, dass bei der kommenden Anlagengeneration die Ventilatoren korrekt und schnell angeschlossen werden können und auch der Austausch schneller möglich ist. Herkömmliche Steckverbinder waren jedoch nicht geeignet: Der erste Versuch mit Standardprodukten schlug fehl, da sie den chemischen und thermischen Belastungen auf Dauer nicht stand hielten. Zwar ist hier, anders als bei vielen anderen Anwendungen in der Lebensmittelindustrie, eine Beständigkeit gegen aggressive Reinigungsmittel nicht erforderlich, doch die Nudeln dampfen während des Trocknens Milchsäure aus, die Oberflächen angreifen kann. Davor konnten die einfachen Steckverbinder mit Gehäusen aus Zinkdruckguss auch durch vermeintlich schützende Beschichtungen nicht bewahrt werden, da früher oder später jede Beschichtung unterwandert wird.
Kupferlegierung als Alternative
Deshalb machte sich der Hersteller auf die Suche nach einem Lieferanten, der für diese Anwendung geeignete Steckverbinder anbietet. Er wurde mit Lapp bei einem Anbieter von integrierten Verbindungslösungen fündig – geeignete Steckverbinder gab es allerdings nicht als Standardprodukt. Um eine optimale Lösung zu finden, wurden Ingenieure des Lösungsanbieters deshalb zu einem Nudelhersteller vor Ort eingeladen, um dessen Trocknungsanlage im Betrieb zu besichtigen und Vorschläge für ein neues Verbindungssystem für die Ventilatoren zu erarbeiten. Der Hersteller von Nudelproduktionsanlagen wünschte sich für die Steckverbindungen eine pragmatische Lösung: Sie sollte robust genug sein, um die feuchte, saure Wärme in der Anlage zu überstehen und dennoch nicht zu teuer. Damit fielen einerseits, wie bereits erwähnt, Standardlösungen weg, da sie nicht haltbar genug waren, und Stecker aus Edelstahl waren andererseits in der Herstellung zu aufwändig und zu preisintensiv. Die Lapp-Ingenieure entwickelten deshalb mit einer speziellen Kupferlegierung eine dritte Alternative. Sie hält den geforderten Temperaturen stand und ist dennoch relativ einfach maschinell bearbeitbar, sodass die Kosten für den Steckverbinder nicht wesentlich über denen eines Standardprodukts liegen. Zudem kommen sie nicht direkt mit den Nudeln in Kontakt, sodass kein FDA-zugelassenes Material verwendet werden muss. Darüber hinaus werden die Steckverbinder weder mit Wasser noch mit chemischen Reinigungsmitteln traktiert, sondern ausschließlich mechanisch gereinigt.





