Jurjen Verhoeff, Managing Director Operations, Beckhoff Niederlande
Wie appliziert man bei einem kontinierlichen Produktstrom Tomatensauce auf einem Pizzarohling oder Knoblauchpaste auf einem Pitabrot? Und wie lassen sich Kekse blitzschnell mit einer Weihnachts- oder Osterdekoration versehen? Für solche Herausforderungen hat das niederländische Unternehmen Foodjet aus Nijmegen verschiedene Systeme zur Dosierung von Lebensmitteln entwickelt, wie zum Beispiel den Moveable Depositor Large (MDL).
„Der Vorteil bei unserer Dosiereinheit MDL ist, dass sich das Muster flexibel an die Produktgeometrien anpassen lässt“, sagt Dirk Schindler, Marketing- und Vertriebsleiter bei Foodjet. Denn Pizzen sind längst nicht mehr nur rund, immer mehr Anbieter backen sogenannte handgestreckte Pizzen. Außerdem gibt es viele Lebensmittel, die generell nicht rund sind. Trotzdem soll der Rand dieser Produkte immer frei von Sauce bleiben. „Das bedeutet, dass wir jeden Teigrohling auf dem Fließband präzise scannen müssen, damit unser Druckkopf genau weiß, wo er die Sauce platzieren muss“, zeigt Schindler eine erste Herausforderung auf. Denn der Durchsatz der Anlage darf natürlich nicht beeinträchtigt werden.
Unbeliebte Handarbeit am Fließband lässt sich eliminieren
„Mit dem MDL therapieren wir auch einen Schmerztrigger unserer Kunden“, betont Dirk Schindler. Denn trotz aller Automatisierung stehen sehr oft nach wie vor Mitarbeiter am Fließband und verteilen die Soße mit einem Löffel auf den Teigrohlingen: „Das ist stressig, unpräzise und es gibt Gewichtsschwankungen.“ Foodjet kann diesen Kostenblock für interessierte Käufer bei Bedarf leicht quantifizieren.
Bei der Applizierung von Dekorationen sind die ROI-Kalkulationen komplizierter: Wie viel trägt eine Dekoration zu den Verkaufszahlen bei? Lassen sich damit Marktanteile gewinnen? „Wahrscheinlich ja“, bekommt Schindler immer wieder zu hören.
Foodjet spürt, dass der Markt das Thema aufgreift. Auch weil die ersten Hersteller von Nahrungsmitteln bereits umgestellt haben und keiner zurückbleiben möchte – und auch nicht darf. Daher wird es fast schon zur Pflicht, die eigenen Produkte flexibel verzieren zu können, beispielsweise um saisonale Elemente auf dem Nahrungsmittel zu applizieren: ein Stern zu Weihnachten, ein Hase an Ostern oder ein Herz am Valentinstag.
Diese technische Herausforderung konnte Foodjet mit der PC-basierten Steuerungstechnik der Beckhoff Automation GmbH & Co. KG aus Verl meistern. Um etwa mit der hohen Geschwindigkeit einer Pizzaproduktionslinie Schritt halten zu können, müssen die Maschinen von Foodjet die Dosiermuster blitzschnell ermitteln. Bei einem typischen Abstand von 85 cm zwischen dem Kamerasystem und den Dosierköpfen bleibt für die Berechnung lediglich eine halbe Sekunde Zeit. „Die Pizza muss von der Kamera in einem Frame erfasst werden“, konkretisiert Steuerungstechniker Ed de Leur. „Nur wenn der Pizzarohling komplett gescannt ist, kann man ein Muster erzeugen, die einzelnen Punkte für den Druckkopf berechnen und alles mit dem Förderband synchronisieren.“





