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    Logi.cals stellt Browser-basiertes Steuerungsengineering vor
    Foto: Foto: Krzysztof Kowalik / Unsplash
    Industrie 4.0 & IIoT

    Logi.cals stellt Browser-basiertes Steuerungsengineering vor

    Logi.cals will mit Open Web Automation (OWA) eine Engineering-Lösung anbieten, die sich durch ihre offene Architektur integrieren lässt.
    Veröffentlicht
    03. November 2019
    Lesezeit
    6 Minuten
    Rubrik
    Industrie 4.0 & IIoT

    Autor: Dieter Goltz, CEO, Logi.cals GmbH, Langenfeld

    Dieter Goltz: Herr Steininger, wie bewerten Sie heutige Engineering-Prozesse im Bereich der Automatisierung?

    Heinrich Steininger: Nach Rückmeldung unserer Anwender geht immer noch viel Zeit und damit Effizienz verloren, weil man sich um das Zusammenspiel vieler einzelner Systeme, Komponenten und Werkzeuge kümmern muss, anstatt einfach in Ruhe entwickeln zu können. Hektik und Durcheinander sind keine guten Umgebungsbedingungen für die Entwicklung von Automatisierungsprojekten. Zu oft müssen sich Entwickler zudem um Nebenschauplätze kümmern.

    Goltz: Welche Lösungsperspektive bietet Logi.cals, um dieses Dilemma anzugehen?

    Steininger: Unsere Idee der Open Web Automation – oder kurz OWA – bringt Ruhe und Ordnung in das Engineering, weil es die Entwicklungskomponenten zu einem zentralen System zusammenfasst. Dabei ist OWA alles andere als ein monolithisches System, denn man kann von jedem Rechner auf der Welt mit Internet-Zugang auf sein Projekt zugreifen. Sobald man Zugriff hat, steht einem die gesamte notwendige Toolchain zur Verfügung, um Daten abzufragen, Konfigurationen zu ändern, Probleme zu lösen oder die Anwendung weiterzuentwickeln. Auf OWA basierende Plattformen werden dem Anwender ein komplettes Engineering-Ökosystem an Infrastruktur und Schnittstellen bereitstellen, in das unterschiedliche Werkzeuge eingebunden werden können. Der Anwender wird durch dieses Cloud-basierte Engineering in die Lage versetzt, die jeweils besten Hardware- und Softwarekomponenten für seine Automatisierungsprojekte zu verwenden. Dazu nutzt er die Tools und Programmiersprachen seiner Wahl und eine Management-Umgebung, die es ihm ermöglicht, seine Engineering-Aufgabe maximal effizient zu gestalten.

    Goltz: Welche Werkzeuge kann der Anwender nutzen?

    Steininger: Wir werden Werkzeuge für das Engineering nach IEC 61131-3, C und C++ bereitstellen, sowie unsere funktional sichere grafische Konfigurationslösung Logi.safe; aber auch weitere Editoren, die wir aktuell für die Erstellung, Nutzung und Orchestrierung von Cyber-Physical Microservices entwickeln. Auch Lösungskomponenten des Anwenders oder Standard-Werkzeuge sind integrierbar, sofern sie mit standardisierten Schnittstellen wie REST, Websockets oder GRPC ausgestattet sind. So können neben dem Datenaustausch zwischen den Fachbereichen auch modellbasierte Informationen in AutomationML und OPC UA genutzt werden. Durch die Integration der bestehenden Lösung Logi.cad 3 in die OWA-Architektur bieten wir eine Entwicklungsumgebung, die nahtlos über Disziplin- und Hersteller-Grenzen hinweg vom Client bis zur Cloud eingesetzt werden kann.

    Goltz: Welche weiteren Eigenschaften sind wichtig?

    Steininger: Zu OWA gehören zudem die weiteren Komponenten unserer Logi.cad 3-IDE wie das integrierte Testframework zur Erstellung und Durchführung automatisierter Tests und zur Qualifizierung funktional sicherer Bibliotheken für Logi.safe. Diese Testsuite ermöglicht nicht nur die Kontrolle eigener Bausteine und Bibliotheken, sondern auch die Qualitätssicherung von Drittanbieter-Lösungen, die in Zukunft den Anwendern in cloudbasierten Market-Stores zur Verfügung gestellt werden können. Und die Kombination von AutomationML und OPC UA bietet die integrierte Modellierung von Engineeringdomänen sowie die semantische Anreicherung von Laufzeitdaten zur effektiven Auswertung in Datenanalyse- und Machine-Learning-Anwendungen.

    Goltz: Wie wird OWA den Arbeitsalltag verändern?

    Steininger: Der Unterschied zu bisherigen Engineering-Systemen liegt nicht nur in der Nutzung der Cloud, sondern in dem Umfang der abgedeckten Funktionen, der Orientierung am Lebenszyklus einer Anwendung und der Möglichkeit, das System Disziplin-übergreifend in Teams zu nutzen. Das zusammen genommen erschließt für Anwender viele Vorteile. Ergänzend wird in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt auf domänenspezifische Sprachen gesetzt, die die Komplexität der Entwicklung von Automatisierungslösungen kontinuierlich reduziert und den Anwendern die Umsetzung branchenbasierter Lösungen ermöglicht. Neue Editoren für die Entwicklung von Cyber-Physical Microservices bilden die Basis für die künftige Erstellung dynamisch vernetzbarer Applikationen und deren Simulation. So kann der Anwender sich auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren und den Entwicklungsprozess teamorientiert effizienter und schneller gestalten. Auch die Erweiterungsmöglichkeiten von OWA seitens des OEM-Kunden sind wichtig, weil damit eine angepasste Lösung entsteht, die auf einer zukunftsorientierten Basis aufsetzt.

    Goltz: Welche Bedeutung hat für Sie das Cloud-Engineering?

    Steininger: Das Engineering wandert gegenwärtig in die Cloud. Derzeit entstehen in unzähligen Unternehmen Cloud-basierte Angebote und Funktionen. Eine solche Cloud zu entwickeln ist jedoch aufwändig und teuer – auch in der Wartung. Unsere Lösung bietet Herstellern eine schnelle Time-to-Market. Mit OWA werden sich die Entwicklungskosten für die Cloud-Transformation deutlich senken lassen. Gleichzeitig kann die Entwicklungsrichtung für noch ausstehende Teile der OWA-Plattform mitgestaltet werden.

    Goltz: Wie wird das im Detail gelingen können?

    Steininger: Mit dem integrierten Language-Server-Konzept ist die Grundlage geschaffen, um sowohl Editoren für textuelle als auch grafische Sprachen zu integrieren. Um übergeordneten Anforderungen im Bereich der Orchestrierung gerecht zu werden, arbeiten wir am Konzept einer Domain-Specific-Language, um dem Anwender zu ermöglichen, dafür eine geeignete Architektur basierend auf Cyber-Physical Microservices umzusetzen. Last but not least ist eine wesentliche Säule von OWA die Unterstützung modellbasierten Engineerings – basierend auf AutomationML und OPC UA. Über unsere AutomationML-Integrationsplattform können die Tools der verschiedenen Engineering-Disziplinen Domänen-übergreifende Konzepte in einem gemeinsamen AutomationML-Modell ablegen. Das hilft in den Engineeringphasen – aber auch während der Inbetriebnahme und des Betriebs, Stichwort Life-Cycle-Engineering. Mit dem gemeinsamen Anlagenmodell steht für das gesamte Entwicklerteam ein verbindliches Modell zur Verfügung, das sehr frühe Tests und Validierungen erlaubt. Dieses Modell kann zugleich auch als Informationsmodell eines OPC-UA-Servers verwendet und mit den Laufzeitdaten aus dem automatisierten System verknüpft werden. Simulationen und virtuelle Inbetriebnahmen sind mit deutlich geringerem Aufwand realisierbar. So entsteht quasi nebenbei auch der Digitale Zwilling der realen Anwendung – in einem Rutsch.

    Goltz: Wie sehen die nächsten Schritte Richtung Markteinführung aus?

    Steininger: Bereits im nächsten Jahr soll die Grundstruktur von OWA fertiggestellt sein, die ein Browser-basiertes Engineering für Steuerungen über die Sprachen der IEC 61131-3 ermöglichen wird. Auch das Cloud-Test-Center soll im nächsten Jahr folgen. Der Nutzen von OWA entsteht allerdings nicht erst, wenn das System vollständig ausgebaut ist, sondern er steigert sich mit jeder Komponente, die dazu kommt. Diesem evolutionären Prozess folgend zeigen wir 2019 auf der SPS in Nürnberg, wie Browser-basiertes Steuerungsengineering für Standard- und Safety-Anwendungen die Effizienz des Anwenders unmittelbar erhöht. Als erstes Browser-basiertes Engineering-Tool steht unser grafisches Konfigurations- und Parametrier-Tool Logi.safe schon zur Verfügung, dass für bis zu SIL 3 zertifizierte Lösungen geeignet ist. Um diese Cloud-basierte Technologie auch im Bereich der ‚grauen‘ Steuerungstechnik nutzen zu können, ist Logi.web verfügbar, das die Nutzung von Controllerlösungen revolutioniert und durch die Einfachheit des Anpassungsaufwands besticht.

    Informationen zum Laufzeitsystem Logi.RTS:

    Messe SPS 2019: Halle 6, Stand 138

    Dieter Goltz, CEO Logi.cals GmbH, Langenfeld E-Mail: dieter.goltz@logicals.com Logi.cals automation solutions & services GmbH Poststraße 53 40764 Langenfeld Tel. +49 (0)2173 9191-0 office@logicals.com www.logicals.com

    „Der Anwender wird durch ein Cloud-basiertes Engineering, wie wir es mit OWA anbieten wollen, in die Lage versetzt, die jeweils besten Hardware- und Softwarekomponenten für seine Automatisierungsprojekte zu verwenden.“

    OWA – das System

    Logi.cals will mit Open Web Automation (OWA) eine vollständig cloud-, onpremise bzw. client-basierte Engineering-Lösung anbieten, die durch eine offene Architektur in unterschiedliche client- oder cloudbasierte Automatisierungsplattformen integriert werden kann. Der Fokus liegt dabei neben der Unterstützung einer Multi-Language-Entwicklungsumgebung (in den IEC-61131-3-Sprachen, in C, C++ oder Python) auf der Entwicklung von Cyber-Physical Microservices (CPµS) und domainspezifischen Sprachen, um den zukünftigen Anforderungen des effizienten Engineerings und der Orchestrierung verteilter Logiken auf Feldebene zu entsprechen. Diese Cloud-Architektur ist ideal für Steuerungs- und Komponentenhersteller (OEM) in der Automatisierungstechnik geeignet, wenn es darum geht, aus dem Stand heraus Kunden eine ausgewachsene Cloud-Lösung anbieten zu können.

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