Die Siemens-Tochter Mendix hat die Ergebnisse der internationalen Studie „State of Low-Code 2021“ zum Status Quo der Low-Code-Technologie in der von Corona geprägten Arbeitswelt veröffentlicht. Low-Code ist ein visueller Entwicklungsansatz auf Unternehmensebene, der professionelle Entwickler und Geschäftsanwender ohne Programmierkenntnisse in die Lage versetzt, mithilfe von Drag-and-Drop-Komponenten und modellgesteuerter Logik Cloud-Native Anwendungen für das Web und Mobilgeräte 10x schneller zu erstellen. Die Ergebnisse der Studie zeigen:
Zur Methodik der Umfrage
Das unabhängige Marktforschungsunternehmen Reputation Leaders führte die Befragung zwischen dem 10. Mai und dem 21. Juni 2021 an insgesamt 2.025 IT-Fachleuten mittels einer Online-Umfrage durch. Unter den Teilnehmern waren insgesamt 1.209 IT-Führungskräfte und 816 Softwareentwickler. Von den Befragten kamen 1.012 aus den USA, 503 aus Europa und 510 aus China. 156 Befragte stammen aus Deutschland. Von diesen sind 89 Software-Entwickler und 67 IT-Entscheider. Alle IT-Fachleute waren in KMU, beziehungsweise in Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeitern beschäftigt. IT-Führungskräfte wurden entweder als CIO, CTO oder Chief Data Officer/Head of Data/Head of Data Management identifiziert und damit als Personen, die eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung in Bezug auf Technologien und IT-Ressourcen spielen.
Bedarf an Unternehmenssoftware wächst
Das Digitalisierungstempo, das sich seit März 2020 weltweit massiv beschleunigt hat und mit einer hohen Nachfrage nach Software-Anwendungen verbunden ist, hat auch IT-Experten überrascht: 50% aller weltweit Befragten haben die heutige Dimension an hohen Zeit- und Ressourcen-Druck nicht erwartet. 74% der europäischen Studienteilnehmer gehen von einem weiter beschleunigten Bedarf an Software aus, 69% sehen mit Sorge auf die fieberhafte Nachfrage nach Software-Entwicklern. So liegen rund 80% aller Softwareprojekte heute bereits im geplanten Zeitplan um Monate zurück. In Deutschland wird die Situation ähnlich, wenn auch nicht so extrem wie in den anderen Märkten eingeschätzt: 67% der befragten deutschen IT-Experten erwarten eine beschleunigte Nachfrage nach Software-Entwicklung. Das Gefühl der besonderen Dringlichkeit, den „Software-Stau“ zu lösen, verspüren 44% der Deutschen – ein Wert, der dem weltweiten Durchschnitt entspricht.
Interessant erscheint ein Unterschied in den Konsequenzen, die die Befragten ziehen wollen: Ein im Ländervergleich vergleichsweiser hoher Anteil fällt bei den deutschen Befragten auf die Absicht, mehr externe Entwickler einstellen zu wollen (26%). In Anbetracht des Fachkräftemangels scheint es, dass die deutschen IT-Verantwortlichen hier entweder konservativer oder zögerlicher gegenüber neuen, günstigeren und schnelleren Technologien wie Low-Code eingestellt sind oder höhere Kosten in Kauf nehmen wollen. Während in den USA 29% noch viel konsequentere, neue Wege in der Software-Entwicklung einschlagen, sind in Deutschland bisher nur 19% bereits entschieden dafür.





