Oliver Durm, Produkt Manager Messumformer-Plattformen, Endress+Hauser Liquid Analysis, Gerlingen
Inhaltsverzeichnis
1. Life-Sciences profitieren von Memosens-Technologie 2. Zeit und Kosten sparen durch eine einfache Installation und Inbetriebnahme 3. Salz und Feuchtigkeit die Stirn bieten 4. Liquiline Compact CM82 : geeignet für Smart Farming und Urban Farming
Auch in der Prozessautomatisierung ist die Miniaturisierung zunehmend das zentrale Thema. Es gibt Anwendungsbereiche, in denen es schwierig bis unmöglich ist, Platz für einen klassischen Feldmessumformer oder sogar für ein Hutschienengerät im Schaltschrank zu finden. Vielfach wird auch überhaupt kein Vorortdisplay benötigt, da die Messwerte nur in der SPS oder im Prozessleitsystem visualisiert werden. Hier stellt sich die Frage, wie man solche Anforderungen lösen kann, denn die Messwerte werden benötigt, um den Prozess sicher steuern und überwachen zu können. Anwendungsfälle finden sich bei sogenannten Skid-Buildern. Diese stellen kleine, sehr kompakte Anlagen her, die teilweise weniger als einen Quadratmeter einnehmen. Auf diesen ist neben dem Produktionsprozess selbst meist noch ein kleiner Schaltschrank untergebracht, in dem sich die elektrische oder pneumatische Steuerung befindet. So finden sich solche Anlagen in der Wasseraufbereitung für Reinstwasser oder bei Fermentern in der Life-Science-Industrie, bei denen nur wenig Platz für die installierte Messtechnik zur Verfügung steht.
Life-Sciences profitieren von Memosens-Technologie
In der Life-Science-Industrie beispielsweise wird ein Medikament zunächst im Labor entwickelt: In einer sehr kompakten Einheit, die auf einem Tisch Platz findet. Erst später wird der Prozess in die Produktionsanlage hochskaliert, in der dann große Mengen des medizinischen Wirkstoffs hergestellt werden. Da in der Life-Science-Industrie immer eine Datenvergleichbarkeit gewährleistet sein muss, ist es ratsam vom Labor bis zum Produktionsprozess durchgängig dieselbe Messtechnik zu verwenden. Das bedeutet gleichzeitig, dass die gesamte Messstelle nur einen geringen Platzbedarf haben darf, damit sie bereits unter den beengten Laborbedingungen eingesetzt werden kann. Eine einhunderprozentige Datensicherheit erreichen Life-Science-Unternehmen mit Sensoren, die ihre Messwerte digital zum Messumformer übertragen. Unterschiedliche Leitungslängen zwischen Sensor und Messumformer spielen so keine Rolle mehr und auf eine individuelle Kalibrierung für den Messpunkt kann verzichtet werden. Sowohl im Labor als auch im Prozess können dieselben Sensoren verwendet werden. Die Messumformer können ebenfalls gleich sein, müssen es jedoch nicht. So kann zum Beispiel im Labor ein möglichst kompaktes Gerät ohne Vorortdisplay eingesetzt werden und für den Produktionsprozess ein anderes Modell mit Vorort-Anzeige. Durch die digitale Signalübertragung zwischen Sensor und Messumformer bleiben die Daten stets vergleichbar, egal wie lang die Zuleitung ist. Großer Vorteil der Memosens-Technologie ist, dass für die Verbindung zwischen Sensor und Zuleitung eine hermetische und vollständig geschlossene Verbindung besteht und keine metallischen und korrosionsanfälligen Kontakte verwendet werden – und das an dieser besonders häufig durch Feuchtigkeit betroffenen Stelle. Die Energie- und Datenübertragung geschieht komplett induktiv, ohne elektro-mechanische Verbindung, ähnlich wie beim Aufladen von neuen Mobiltelefonen.





