Der Düsseldorfer Cybersicherheitsspezialist ONEKEY hat einen neuen Report zur CRA-Compliance in der deutschen Industrie veröffentlicht. Kernbefund: Die Software Bill of Materials (SBOM) entwickelt sich zur zentralen technischen Grundlage für die Einhaltung des EU Cyber Resilience Act (CRA).
Der CRA verpflichtet Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen — darunter industrielle Steuerungen, Sensoren, Netzwerkkomponenten und eingebettete Systeme — ab 2027 zu umfassenden Cybersicherheitsanforderungen über den gesamten Produktlebenszyklus. Für Maschinen- und Anlagenbauer sowie Automatisierungskomponentenhersteller ist die Verordnung damit unmittelbar relevant.
Eine SBOM ist eine strukturierte, maschinenlesbare Auflistung aller Softwarekomponenten eines Produkts inklusive Open-Source-Bibliotheken, Abhängigkeiten und Versionsständen. Sie ermöglicht es Herstellern, bekannte Schwachstellen (CVEs) systematisch zu identifizieren und zu adressieren — eine Voraussetzung für den Nachweis der CRA-Konformität.
ONEKEY-CEO Jan Wendenburg wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert, die deutsche Industrie befinde sich 'auf dem richtigen Weg', es bestehe bei der Umsetzung jedoch 'weiterhin Handlungsbedarf'. Als zusätzlichen Risikofaktor benennt der Report den zunehmenden Einsatz von KI bei Cyberattacken, der die Angriffsfläche industrieller Systeme weiter vergrößert.
Für die Automatisierungsbranche hat das konkrete Konsequenzen: Hersteller von SPS, Antriebssystemen, industriellen PCs, Edge-Geräten oder IIoT-Komponenten müssen künftig lückenlose Transparenz über ihre Softwarebasis vorweisen. ONEKEY bietet hierfür eine automatisierte Plattform zur Firmware-Analyse und SBOM-Generierung an, die speziell auf eingebettete Systeme ausgerichtet ist.
Die Relevanz des Themas steigt auch auf Anwenderseite: Produktionsbetriebe, die vernetzte Maschinen oder Steuerungskomponenten einsetzen, sind mittelbar betroffen, da ihre Lieferanten CRA-konform liefern müssen. Supply-Chain-Sicherheit wird damit zur Beschaffungsanforderung.
Der SBOM-Ansatz ist international bereits etabliert — etwa durch US-Vorgaben der CISA — und hält nun regulatorisch bedingt Einzug in die europäische Fertigungsindustrie. Für Unternehmen, die frühzeitig SBOM-Prozesse implementieren, kann dies einen Wettbewerbsvorteil bei öffentlichen Ausschreibungen und im Export bedeutet.
Quelle: presseportal Themen: Industrie – https://www.presseportal.de/pm/151206/6366435





