Informelle Zusammenarbeit
Der Zusammenhang zwischen beiden Non-Profit-Organisationen ist informeller Art. Viele Mitglieder der Alliance arbeiten gleichzeitig in der Foundation in den entsprechenden, thematisch oder technisch orientierten sowie branchenspezifischen Workgroups mit. Bei der Open Industry 4.0 Alliance kam schon früh der Gedanke auf, dass die Cloud-Angebote der verschiedenen Maschinenbauer und Automatisierungsanbieter für sich allein die tatsächlichen Bedürfnisse eines Kunden nie ganz abdecken können. Zudem fehlen dabei einige Funktionen, die Anlagen-Betreiber benötigen. All das ist von besonderer Bedeutung für die Open Industry 4.0 Alliance als eine Organisation, welche die Umsetzung einer offenen Lösung aus Sicht des Anwenders vorantreibt. Dementsprechend werden die Verbindung zu allen bestehenden Cloud-Angeboten sowie die Einbindung in einen Workflow für die Asset-Verwaltung beim Betreiber als Schlüssel zu einem herstellerübergreifenden, offenen, Anbieter-neutralen Angebot von aufeinander abgestimmten Produkten angesehen.
Cloud-Angebote können die Bedürfnisse eines Kunden nie ganz abdecken
Gerd Hoppe, Corporate Management bei der Beckhoff Automation GmbH & Co. KG, ist Gründungsmitglied bei beiden Organisationen Open Industry 4.0 Alliance und GAIA-X Foundation. Er erklärt den Zusammenhang zwischen den beiden Non-Profit-Organsisationen: „Die GAIA-X-Initiative wurde gleichermaßen von Politik, Verwaltung und Industrie im Umfeld der Industrie-4.0-Bewegung ins Leben gerufen. GAIA-X zielt auf einen über industrielle Anwendungen hinausgehenden Data Space ab, in dem sich Industrie mit Verwaltung, Healthcare, Mobilität, Smart Home, Energie, Landwirtschaft und vielen weiteren Anwenderdomänen treffen. Insbesondere für die Marktbeteiligten in den Investitionsgüterindustrien, die Automatisierungstechnologie als Enabler ihrer Produkte verwenden, ist die Nutzung von Cloud-Technologien unter den genannten Prinzipien sehr wünschenswert. Schließlich formulieren viele Anwender spezielle Anforderungen für die Nutzung der sogenannten Hyperscaler-Clouds. Darüber hinaus wird mancher Nutzer von Cloud-Technologie gegenüber seinem Kundenkreis ebenfalls ein Clouddienst-Anbieter. Insofern ist eine Mitwirkung der entsprechenden Unternehmen – und damit auch der Open Industry 4.0 Alliance – an GAIA-X höchst wünschenswert.“
„Der Grundsatz der Alliance lautet: Datensouveränität für alle Beteiligten mit privaten, geteilten und öffentlichen Daten für jeden Anwender und Anbieter in der Supply Chain bis zum finalen Produkt!“ sagt Nils Herzberg, Sprecher des Vorstands der Open Industry 4.0 Alliance und Global Head Strategic Partnerships for Digital Supply Chain and Industry 4.0 bei SAP. „Dieser Grundsatz lässt sich deutlich einfacher umsetzen, wenn ein offenes, Daten-souveränes, föderales Datenökosystem zur Verfügung steht, über das zahlreiche Allianz-spezifische Aufgaben abgewickelt werden können. Insofern begrüßt und unterstützt die Open Industry 4.0 Alliance die GAIA-X-Initiative und beabsichtigt, ihre Angebote darauf abzustimmen und nach Möglichkeit zu portieren. Wir verstehen uns als die ‚Ärmel-hoch-Allianz‘ und deshalb arbeiten viele von uns unvoreingenommen und neutral daran, dass die Dinge auch wirklich passieren.“





