Corona hat sowohl die Pläne als auch die Entwicklungen verändert und das Unternehmen unerwartet vor vielfältige Herausforderungen gestellt. Innerhalb weniger Tage haben mehr als 3500 Mitarbeiter an deutschen Standorten ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegt, und die Arbeitsplätze in den Büros und in der Produktion wurden Corona-konform abgesichert. Auswirkungen hatte die weltweite Pandemie auch auf die Lieferfähigkeit von Produkten. „Unsere weltweite Aufstellung mit Produktionswerken in verschiedenen Ländern kam uns hier zugute. Dennoch war die Situation komplex durch Shutdowns in verschiedenen Ländern. Eine Herausforderung war es, valide Informationen aus den Ländern zu Produktion und Vertrieb zu erhalten. Wir haben praktisch über Nacht eine globale Kooperations-Plattform entwickelt“, erläuterte Ulrich Leidecker: „Dieses Netzwerk aus Einkauf, Logistik, Produktion und Landesgesellschaften hat hervorragend zusammengearbeitet und wird Bestandteil unseres zukünftigen Arbeitens bleiben.“
Leichter Umsatzrückgang
Im Ergebnis des Unternehmens war das erste Quartal von einem Wachstum gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum geprägt. Gefolgt von einer recht deutlichen Abschwächung im zweiten Quartal, die zu Kurzarbeit in fast allen Unternehmensbereichen geführt hat. „Zurzeit hat die Geschäftsentwicklung einen stabilen Punkt erreicht. September und Oktober waren im Vergleich zu den Vormonaten sehr gut und lassen auf eine allmähliche Erholung im 4. Quartal hoffen“, prognostizierte Leidecker: „Aus heutiger Sicht wird Phoenix Contact das Geschäftsjahr 2020 mit einem moderaten Umsatzrückgang von -4 bis -5 % abschließen, ohne Währungseffekte mit -3 bis -4 %.“
Einen Meilenstein für die Phoenix Contact-Gruppe stellt die Implementierung der neuen Geschäftsführung sowie die Einberufung eines Chief Digital Officer zum August dieses Jahres. Neben Frank Stührenberg (CEO) und Axel Wachholz (CFO) zählen jetzt die Präsidenten der drei Geschäftsbereiche zur neuen Geschäftsführung: Dirk Görlitzer, Torsten Janwlecke und Ulrich Leidecker. Als Chief Operating Officer tragen sie Verantwortung für zentrale Unternehmensbereiche sowie weiterhin für ihre jeweiligen Geschäftsbereiche. Mit Dr. Frank Possel-Dölken wurde erstmalig ein Chief Digital Officer (CDO) in die Geschäftsführung berufen. Neben seinem bisherigen Verantwortungsbereich Corporate Technology & Value Chain ist er jetzt auch für den Unternehmensbereich IT sowie alle Themen der digitalen Transformation zuständig. Damit rückt die Digitalisierung in den zentralen Fokus der Technologie- und Prozessentwicklung im Unternehmen. „Diese Erweiterung gibt unserer Unternehmensgruppe einen Rahmen, um Führung und Struktur ganzheitlich weiterzuentwickeln. Dabei ist die digitale Transformation von entscheidender Bedeutung. Innovationsfähigkeit sowie Innovationsstrategien als auch die IT-Fähigkeit eines Unternehmens sind erfolgsbestimmende Faktoren für das neue Jahrzehnt“, erklärte dazu Dr. Frank Possel-Dölken. Roland Bent wird bis zu seinem planmäßigen Ausscheiden im Februar 2021 der Geschäftsführung angehören. Danach wird er weiterhin als Chief Representative für das Unternehmen tätig sein.





