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    Startseite/Steuerungstechnik & SPS/Artikel
    Phoenix Contact entwickelt Ideen für eine nachhaltige Zukunft
    Foto: Foto: Erinada Valpurgieva / Unsplash
    Steuerungstechnik & SPS

    Phoenix Contact entwickelt Ideen für eine nachhaltige Zukunft

    Mit zahlreichen Projekten fördert Phoenix Contact die Nachhaltigkeit
    Veröffentlicht
    14. November 2022
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Steuerungstechnik & SPS

    Trotz angespannter Lage auf den Rohstoffmärkten und den Auswirkungen des Ukraine-Krieges insbesondere hinsichtlich der Energiesituation wird Phoenix Contact das Geschäftsjahr 2022 mit einer Umsatzsteigerung von knapp 20 % und einem Gesamtumsatz von mehr als 3,5 Mrd. Euro abschließen. „Dabei liegt das Wachstum in allen Regionen weiterhin auf einem Niveau bei rund 20 %“, erklärte Ulrich Leidecker, COO bei der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg zur SPS in Nürnberg: „Bedingt durch Währungseffekte beträgt das Wachstum im amerikanischen Raum mehr als 40 %.“ Weltweit stieg die Zahl der Mitarbeitenden laurt COO auf fast 22.000. Wichtige Projekte des Unternehmens waren laut Leidecker die Audits zur Zertifizierung des Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 sowie die Akkreditierung des Prüf- und Freigabelabors nach ISO/IEC 17025 bestanden. Darüber hinaus erfülle Phoenix Contact EMobility die hohen Qualitäts und Prozessanforderungen der Automobilindustrie nach IATF 16949.

    Investitionen in 2022

    Auch in 2022 hat das Unternehmenn deutlich investiert. Insgesamt sind weltweit rund 240 Mio. Euro angestrebt, die in Gebäude, Werkzeuge und Maschinen fließen werden. In 2022 habe ein Schwerpunkt auf dem Ausbau des Standorts in Blomberg gelegen. Problematisch sieht der COO jedoch die Engpässe bei Maschinen und Anlagen. Um das Unternehmen auch in den zukünftigen Jahren weiterentwickeln und Raum für Wachstum geben zu können, rückt auch das Thema Fachkräftemangel weiter in den Blickpunkt.

    Nachhaltigkeit und internationale Kooperationen

    Um Entwicklungen voranzutreiben, erneuerbare Solarenergie in Wasserstoff umzuwandeln, um sie an andere Orte transportieren zu können, ist Phoenix Contact jetzt als Associated Partner der Dii Desert Energy beigetreten. Seit Ende 2018 arbeitet Phoenix Contact außerdem gemeinsam mit weiteren Herstellern der Automatisierungsbranche unter der Federführung der ZVElIs an dem Digitalen Typenschild. „Auch dieses Projekt wird uns in Richtung Nachhaltigkeit im produktnahen Umfeld einen entscheidenden Schritt weiterbringen und alle, und damit auch kleinere an der Lieferkette beteiligten Unternehmen, aufwandsarm mit einzubeziehen“, erläuterte Ulrich Leidecker: „Dabei verfolgen wir das Ziel, das althergebrachte Typenschild vollständig zu digitalisieren.“ Es bietet, basierend auf den internationalen Standards mit OQR-Code gemäß IEC 61406, die Chancen, Europas Wettbewerbsfähigkeit bei Industrie 4.0 weiter auszubauen. Dafür ist aber zunächst eine Anpassung der deutschen und auch der EU-Richtlinien wie der EU-Maschinenrichtlinie an die neuen digitalen Gegebenheiten notwendig und hat als Blaupause für einen Digital Product Pass europaweites Nutzenpotential.“

    Nachhaltigkeit im All Electric Society Park in Blomberg

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    Auf 7590 m2 entsteht aktuell entlang der Zufahrt zur Unternehmenszentrale ein neuer Eingangsbereich. Der aktuell in Bau befindliche Kreisverkehr am Standort in Blomberg wird das neue Tor zu Phoenix Contact. Mit ihm verbunden ist ein Park, der das Zukunftsbild der All Electric Society (AES) für alle zugänglich macht und verständlich erklärt. Anhand des Energieflusses von der Gewinnung über die Wandlung, Speicherung und Verteilung bis hin zum optimierten Energieeinsatz zeigt der Park, wie AES Realität werden kann. Das neue Tor zu Phoenix Contact wird aktiv in die Feierlichkeiten rund um das 100-jährige Jubiläum des Unternehmens einbezogen und der breiten Öffentlichkeit zugängig sein.

    Effizienz im Schaltschrankbau

    Die Effizienz im Schaltschrankbau als Leistungsangebot ist ein entscheidender Wegbereiter für die Elektrifizierung aller Sektoren. Eine Grundvoraussetzung für das Zukunftsbild der All Electric Society ist ein massiver Infrastrukturausbzw. -umbau zur Verteilung und Speicherung der dezentral gewonnenen, regenerativen Energie. Hieraus ergibt sich ein steigender Bedarf an Schaltanlagen, der mit den aktuellen Produktionsverfahren im Schaltschrankbau und unter Berücksichtigung fehlender Fachkräfte zukünftig praktisch nicht gedeckt werden kann. 55 % der Unternehmen in Deutschland sehen den Fachkräftemangel bereits heute als Risiko. Allein in Metall-, Maschinenund Elektroberufen sind aktuell in Deutschland in Summe 158.000 gemeldete Arbeitsstellen unbesetzt.

    Cyber Security gewinnt weiter an Bedeutung

    Weltweit ist die Cybersicherheitslage angespannt. Ob in den Bereichen der kritischen Infrastruktur oder produzierenden Industrieunternehmen. So stellt zum Beispiel das BSI eine „erhöhte Bedrohungslage für Deutschland“ fest und beobachtet verstärkt Cyber-Angriffe. Dies ist für viele Unternehmen Grund genug, sich verstärkt mit der eigenen Cyber Security auseinander zu setzen. Zeitgleich arbeitet auch die EU an strengeren Gesetzen und Vorgaben, um die Cybersicherheit innerhalb der Europäischen Union zu verbessern. Am 13. September 2022 wurde zum Beispiel der Entwurf für den „Cyber Resilience Act“ vorgestellt. Ein Gesetzesentwurf, der die horizontale Cybersicherheit für Produkte mit digitalen Elementen stärken soll. Auch die europäische NIS-Richtlinie wurde in diesem Jahr novelliert. Sie betrifft viele Wirtschaftsunternehmen und muss innerhalb von 21 Monaten in nationales Recht umgesetzt werden. Nicht zuletzt ist in der kommenden Maschinenverordnung erstmalig auch das Thema Cyber Security berücksichtigt. Cyber Security und Funktionale Sicherheit können und dürfen somit nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden.

    Auch bestehende Produkte wie die Produktfamilie PLCnext Control zeigen in diesem Jahr, dass sie hohen Security-Anforderungen standhalten. Sie haben zahlreiche, extern durchgeführte Security-Tests bestanden und wurden am 08. November 2022 erneut vom TÜV Süd zertifiziert. Erstmalig ist somit eine Sicherheitssteuerung nicht nur nach dem Safety Integrity Level (SIL), sondern auch nach dem Security Level (SL) 2 zertifiziert. Damit erfüllt die PLCnext Control-Familie die Anforderungen der neuen Maschinenverordnung, die die Kombination aus Safety und Security fordert.

    Kommunikationsstandards als Enabler der Digitalisierung

    Mit heutiger Technologie sind die Herausforderungen der Zukunft nicht umsetzbar. Deshalb arbeitet Phoenix Contact kontinuierlich an der Nutzung neuer Kommunikationstechnologien, die eine einheitliche Kommunikation vom Sensor bis in die Cloud ermöglichen. Dazu gehören Single Pair Ethernet (SPE) oder Ethernet-APL für die durchgängige Verkabelung, 5G für eine drahtlose Vernetzung, auch an entlegenen Stationen oder Time Sensitive Networking (TSN) für eine Koordination des Datenflusses.

    2020 konnte Phoenix Contact bereits den ersten industriellen 5G-Router und 2021 einen Switch für TSN mit dem Profinet-TSN-Profil vorstellen. 2022 wurde dieser Switch nun auch für CC-Link IE TSN befähigt. Phoenix Contact engagiert sich aktiv in den Standardisierungsgremien für die neuen Kommunikationsstandards wie die 5G ACIA, Ethernet-APL, OPC Foundation, PNO oder der SPE System Alliance. Ende 2021 wurde so erstmalig ein TSN-Switch für den Schaltschrank vorgestellt. 2022 wurde das Portfolio ausgebaut und es folgten erste managebare Switche für SPE und Ethernet-APL. Darüber hinaus bietet Phoenix Contact für alle Einsatzgebiete für Single Pair Ethernet normierte Steckverbinder in IP20 und IP67 an.

    Ulrich Leidecker blickt trotz angespannter Lage verhalten optimistisch auf das Jahr 2023“ „Ausgehend von einer Wachstumserwartung im oberen einstelligen Prozentbereich erwarten wir einen weiteren Umsatzanstieg auf ca. 3,8 Mrd. Euro erwartet. Unsere Investitionen werden mit voraussichtlich über 250 Mio. Euro noch einmal höher ausfallen.“

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