Dipl.-Ing. (FH) Carsten Gregorius, Produktmarketing Safety, Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont
Mit der EN 954-1 trat 1996 die erste einer Reihe von internationalen Normen in Kraft, die sich mit Maschinensteuerungen mit Sicherheitsfunktionen beschäftigen. Später folgten die DIN EN ISO 13849-1 sowie die IEC 61805 und IEC 62061, um dem jeweiligen Stand der Technik Rechnung zu tragen. Auch bei Phoenix Contact hat die Entwicklung funktional sicherer Komponenten und Systeme einen ähnlichen Verlauf genommen. Bereits im Jahr 2000 wurden die ersten Safety-Komponenten unter dem Produktnamen PSRclassic in den Markt eingeführt. Ab 2005 konnten Anwender das sichere Feldbussystem Interbus Safety sowie die Drehzahl- und Stillstandwächter PSRmotion bis SIL 3 verwenden. 2010 stellte die SafetyBridge-Technology einen weiteren Meilenstein dar, da die Übertragung sicherer Daten ab jetzt steuerungs- und netzwerkunabhängig erfolgt.
Welchen Herausforderungen wollten sich die Safety-Entwickler nun als nächstes stellen? Aufgrund des immer höheren Automatisierungsgrads sowie des stetig kleineren Platzangebots in den Schaltschränken rückte die Baubreite der Module in den Vordergrund. Bei den Sicherheitsrelais war das Rastermaß von 22,5 mm lange Zeit Standard. Dies lag an den in den Relais verbauten zwangsgeführten Elementarrelais. Bis dato sahen die Fachleute keinen Weg, dieses wichtige Bauteil zu verkleinern, denn die Luft- und Kriechstrecken sowie die Zwangsführung benötigten entsprechenden Raum. Die Phoenix-Contact-Mitarbeiter haben nun mit dem Elementarrelais NSR eine Lösung entwickelt, die trotz der Integration eines Schließers und Öffners über 60 % kompakter als kleinere Relaisbausteine anderer Anbieter ist.
70 % Platzersparnis
Das Elementarrelais NSR ist lediglich 6 mm breit, zeichnet sich jedoch durch dasselbe Schaltvermögen aus – wie die klassisch am Markt angebotenen Varianten mit Zwangsführung, die allerdings rund viermal breiter sind. Auf der Grundlage dieser Relaistechnologie lassen sich jetzt neue Safety-Lösungen umsetzen. Die neue Sicherheitsrelais-Familie PSRmini, in der das Elementarrelais NSR erstmals eingebaut wird, fokussiert sich dabei auf den Maschinenbau und die Prozessindustrie. Neben der Baubreite von 6 mm stehen die Sicherheitskomponenten in einer 12-mm-Variante zur Verfügung, die immer noch fast 50 % Platz gegenüber anderen Sicherheitsrelais einspart. „Die schmale Bauform war der wesentliche Grund, weshalb wir uns für PSRmini ausgesprochen haben“, berichtet beispielsweise Alfred Rachner, Geschäftsführer der TAR Automation GmbH. Gemeinsam mit dem Automatisierungsexperten Lenord + Bauer hat Rachner Stellantriebe für die Verpackungsindustrie konzipiert. Dass es trotz der geringen Abmessungen keine Abstriche beim Diagnosekomfort gibt, trägt ebenfalls zur Entscheidung für PSRmini bei.





