Phoenix Contact aus Blomberg hat im ersten Halbjahr 2026 zwei unabhängige Produktauszeichnungen erhalten. Das Fachmagazin 'Industrial Production' vergab den ersten Platz in der Kategorie Automation, Digitalization and Connectivity an die Virtual PLCnext Control, während das Magazin 'Computer Automation' das Edge-Gerät VL3 UPC 2440 Edge mit dem Titel 'Product of the Year 2026' würdigte. Beide Auszeichnungen wurden unabhängig voneinander vergeben und richten sich an praxisnahe Lösungen für moderne Automatisierungsarchitekturen.
Die Virtual PLCnext Control stellt einen konzeptionellen Wechsel in der Steuerungstechnik dar: Statt dedizierter SPS-Hardware lassen sich PLCnext-Control-Funktionen auf Standard-IT-Hardware oder Industrie-PCs ausführen. Entscheidend dabei ist, dass der Engineering-Workflow identisch zur hardwarebasierten Variante bleibt. Phoenix Contact betont zudem das deterministische Verhalten der Software – eine Anforderung, die in der Automatisierungstechnik für zeitkritische Steuerungsaufgaben grundlegend ist. Für Anwender ergibt sich daraus ein erhöhtes Maß an Flexibilität und Skalierbarkeit, da Steuerungsressourcen bedarfsgerecht auf vorhandener IT-Infrastruktur provisioniert werden können, ohne einen separaten Engineering-Prozess zu erlernen.
Softwarebasierte Steuerungen gewinnen im Kontext von Edge-Computing und IIoT-Architekturen an Bedeutung. Der Trend zur Virtualisierung von SPS-Funktionen folgt der in der IT etablierten Praxis, Rechenlasten von dedizierter Hardware zu entkoppeln. In industriellen Umgebungen stellt das jedoch besondere Anforderungen: Echtzeitfähigkeit, Ausfallsicherheit und die Integration in bestehende OT-Netzwerke müssen gewährleistet sein. Ansätze wie die Virtual PLCnext Control adressieren genau diese Anforderungen, indem sie IEC-61131-3-konforme Programmierung auf konventionellen x86-Plattformen ermöglichen.
Das ebenfalls ausgezeichnete Edge-Gerät VL3 UPC 2440 Edge ergänzt dieses Konzept auf der Hardwareseite. Edge-Geräte dieser Klasse dienen als lokale Rechenknoten, die Daten aus der Feldebene vorverarbeiten, bevor sie in Cloud-Systeme oder übergeordnete IT-Plattformen weitergeleitet werden. Damit reduzieren sie Latenz, Bandbreitenbedarf und Abhängigkeit von Cloud-Verfügbarkeit – Faktoren, die in zeitkritischen Produktionsprozessen relevant sind. Die Kombination aus virtueller Steuerung und leistungsfähigen Edge-Geräten spiegelt eine Architekturstrategie wider, bei der Rechenintelligenz näher an die Maschine verlagert wird.
Die Doppelauszeichnung für Phoenix Contact steht exemplarisch für einen breiteren Trend in der Automatisierungsbranche: Die Konvergenz von OT und IT treibt die Nachfrage nach softwaredefinierten Steuerungskonzepten und leistungsfähigen Edge-Infrastrukturen. Für planende Ingenieure bedeutet dies, bei Neuanlagen oder Modernisierungsprojekten die Eignung virtualisierter Steuerungsansätze frühzeitig zu prüfen – insbesondere dort, wo Skalierbarkeit und die Integration in IIoT-Plattformen strategische Anforderungen darstellen. Quelle: Hannover Messe / Phoenix Contact.





