Phoenix Contact ergänzt seine Drehzahlstarter-Baureihe Contactron für Motoren bis 7,5 kW um ein steckbares Netzwerkmodul mit IO-Link-Schnittstelle. Das Modul lässt sich direkt auf den bestehenden Starter aufstecken und ermöglicht so die Integration in IO-Link-fähige Steuerungslandschaften, ohne das Grundgerät austauschen zu müssen.
IO-Link (IEC 61131-9) ist ein punkt-zu-punkt-fähiges, bidirektionales Kommunikationsprotokoll, das auf Standard-Dreileiter-Sensorleitungen arbeitet. In Verbindung mit einem IO-Link-Master – typischerweise integriert in eine SPS oder als eigenständiges Feldbusgerät – lassen sich über IO-Link nicht nur Prozessdaten (z. B. Drehzahl-Sollwert, Laufrichtung) übertragen, sondern auch Diagnosedaten und Geräteparameter azyklisch auslesen und schreiben. Für Motorstarter bedeutet das: Betriebsstunden, Lastzustand, Fehlerhistorie und Konfigurationsparameter sind remote zugänglich – eine Voraussetzung für vorausschauende Wartung und Condition Monitoring.
Der Contactron-Drehzahlstarter arbeitet als elektronischer Sanftanlasser mit integrierter Drehzahlregelung und deckt den Leistungsbereich bis 7,5 kW ab. In der Praxis werden solche Geräte vor allem für Pumpen, Lüfter und Fördertechnik eingesetzt, wo ein sanfter Anlauf mechanische Belastungen reduziert und die Netzrückwirkungen begrenzt. Bislang war die Anbindung an übergeordnete Systeme in vielen Installationen auf konventionelle Binärsignale oder proprietäre Schnittstellen beschränkt. Das steckbare Netzwerkmodul schließt diese Lücke, indem es IO-Link als standardisierte Kommunikationsebene nachrüstbar macht.
Aus systemtechnischer Sicht ist das Steckprinzip relevant: Da das Kommunikationsmodul separat vom Leistungsteil ausgeführt ist, bleibt die Verdrahtung des Motorstarters unverändert. Nur das aufgesteckte Modul bestimmt die verwendete Schnittstelle. Phoenix Contact adressiert damit auch Bestandsanlagen, in denen Contactron-Starter bereits verbaut sind und nachträglich digitalisiert werden sollen – ein typisches Szenario in laufenden Retrofit-Projekten.
Für Planer und Inbetriebnehmer ist außerdem die IODD (IO-Link Device Description) relevant: Sie beschreibt sämtliche Parameter und Prozessdaten des Geräts maschinenlesbar und wird von gängigen Engineering-Werkzeugen sowie IO-Link-Konfigurationstools importiert. Das vereinfacht die Projektierung in Automatisierungsumgebungen, die auf IO-Link-Master verschiedener Hersteller setzen, da keine herstellerspezifischen Treiber erforderlich sind.
Die Erweiterung des Contactron um IO-Link fügt sich in den breiteren Trend ein, klassische Antriebskomponenten für Industrie-4.0-Architekturen zu öffnen. Motorstarter und Sanftanlasser lagen bisher oft am Rand der Digitalisierung – zu einfach für einen vollwertigen Feldbusanschluss, zu komplex für reine Binärverdrahtung. IO-Link bietet hier einen pragmatischen Mittelweg: standardisiert, kosteneffizient und ohne zusätzliche Busverkabelung realisierbar.
Quelle: Phoenix Contact – https://www.pressebox.de/pressemitteilung/phoenix-contact-gmbh-co-kg/drehzahlstarter-fr-motoren-bis-7-5-kw-jetzt-mit-steckbarem-netzwerkmodul-fr-io-link/boxid/1312656





