Phoenix Contact hat eine neue Reihe von Hybridmotorstartern vorgestellt, die in den Schutzarten IP54 und IP67 verfügbar sind. Die Geräte kombinieren elektromechanische Schaltelemente mit elektronischen Leistungshalbleitern – daher die Bezeichnung 'Hybrid'. Dieses Prinzip nutzt den Halbleiter zum verschleißfreien Schalten unter Last, während im eingeschwungenen Betrieb der mechanische Kontakt den Strom führt. Das reduziert die thermische Belastung der Elektronik und verlängert die Lebensdauer gegenüber rein elektronischen Lösungen.
Die hohe Schutzart IP67 erlaubt den Einsatz unmittelbar an der Maschine oder Anlage, auch unter schwierigen Umgebungsbedingungen wie Spritzwasser, Staub oder Reinigungsprozessen. Damit entfällt in vielen Applikationen die Notwendigkeit, die Motorstarter in einem separaten Schaltschrank zu zentralisieren. Die Motorsteuerung rückt näher an den Antrieb – ein zentrales Merkmal moderner dezentraler Automatisierungsarchitekturen.
Die integrierte IO-Link-Schnittstelle (IEC 61131-9) ist für die Einordnung in Industrie-4.0-Infrastrukturen entscheidend. Über IO-Link lassen sich Betriebsdaten wie Strom, Spannung, Temperatur und Schaltzykluszähler bidirektional an eine übergeordnete Steuerung oder ein IIoT-Gateway übertragen. Gleichzeitig können Parameter wie Auslöseströme oder Anlauframpen remote konfiguriert werden, ohne mechanischen Zugriff auf das Gerät. Das vereinfacht sowohl die Inbetriebnahme als auch die vorausschauende Wartung im laufenden Betrieb.
In dezentralen Topologien werden IO-Link-Master typischerweise in der Feldebene eingesetzt und bündeln mehrere IO-Link-Devices wie eben solche Motorstarter. Die Kommunikation erfolgt dann über Feldbusse oder Industrial Ethernet (z. B. PROFINET, EtherNet/IP) in Richtung SPS oder Edge-Controller. Phoenix Contact bietet hierfür ein abgestimmtes Ökosystem aus IO-Link-Mastern und Netzwerkkomponenten.
Aus Engineeringsicht reduziert der dezentrale Ansatz den Verdrahtungsaufwand erheblich: Statt individueller Steuerleitungen vom Schaltschrank zum Antrieb genügt ein standardisiertes IO-Link-Kabel. Das senkt Materialkosten und Installationszeit, insbesondere bei Anlagen mit vielen verteilten Antrieben – etwa in der Förder-, Verpackungs- oder Prozessindustrie.
Die Hybridtechnologie adressiert zudem einen häufigen Schwachpunkt rein elektronischer Motorstarter: die Verlustleistung im Dauerbetrieb. Da der mechanische Kontakt im Normalbetrieb den Laststrom übernimmt, bleibt die Wärmeentwicklung gering, was kompaktere Bauformen und höhere Packungsdichten im Feld ermöglicht. Insgesamt positioniert Phoenix Contact die neue Reihe als langlebige und kommunikationsfähige Alternative zu konventionellen Schützkombinationen in der dezentralen Maschinenautomation.
Quelle: Phoenix Contact – https://www.pressebox.de/pressemitteilung/phoenix-contact-gmbh-co-kg/hybridmotorstarter-in-schutzart-ip67-langlebige-motorsteuerung-fr-die-dezentrale-automation/boxid/1312651





