Neben der Pandemie lagen die größten Herausforderungen für das Unternehmen im laufenden Jahr vor allem bei der Materialversorgung. Wie Ulrich Leidecker, Chief Operating Officer, Phoenix Contact GmbH & Co.KG in Blomberg mitteilte, sorgten vor allem im ersten Halbjahr in weiten Teilen der Industrie erhebliche Störungen und Mehraufwände für Probleme bei der Beschaffung von Materialen, Kunststoffen und Metallen. Die angespannte Situation am Halbleitermarkt, die vor allem die zweite Jahreshälfte dominierte, werde zum limitierenden Faktor der weiteren Entwicklung der gesamten deutschen und internationalen Industrie „und wird uns noch weit in das Jahr 2022 begleiten.“ Doch trotz der angespannten Lage auf den Rohstoffmärkten und den pandemiebedingten Herausforderungen wird Phoenix Contact das Geschäftsjahr 2021 mit einer Umsatzsteigerung von ca. 25 % und einem Gesamtumsatz von etwa 2,95 Mrd. Euro abschließen. Dabei ist das Wachstum in allen Regionen und Geschäftsbereichen ungewöhnlich einheitlich über 20 %.
Erhebliche Investitionen
Auch im Corona-Jahr 2021 wurde deutlich investiert. Insgesamt werden es rund 180 Mio. Euro sein, die in Strukturen und Innovationen fließen. Schwerpunkte der Investitionen in den zurückliegenden Jahren waren die Standorte in Blomberg und China sowie der Ausbau der Produktionskapazitäten von Phoenix Contact E-Mobility in Polen. 30 Mio. Euro werden am Standort in Blomberg in ein energieeffizientes Gebäude für den Maschinenbau investiert, das bis 2023 errichtet wird. Es entstehen 18.500 m² Produktionsfläche, Büroräume und ein Betriebsrestaurant. Besonderes Augenmerk wird auf die Energieeffizienz gelegt. Neben einem hohen Dämmstandard der Gebäudehülle, der Wärmerückgewinnung über Lüftung und Druckluftverdichter sowie einer hocheffizienten Anlagentechnik wird auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage mit mehr als 750 KWp installiert. Kurz vor Fertigstellung steht am Stammsitz in Blomberg ein neues Gebäude für den Geschäftsbereich der Leiterplattenanschlusstechnik mit einer Investition von 20 Mio. Euro. Auch in Russland hat Phoenix Contact investiert und ist jetzt Teil des mit 2,6 Mio. m² größten Technologieparks Europas in Skolkovo.
Nachhaltigkeit als Herausforderung und Wachstumstreiber
Bei allen Investitionen steht der Aspekt der Nachhaltigkeit an oberer Stelle. „Nicht nur beim Bau neuer Gebäude, sondern auch bei vielen anderen Aktivitäten gerät Nachhaltigkeit immer mehr in den Fokus, da der Klimawandel eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit ist“, so Ulrich Leidecker. Neben der Umstellung auf grünen Strom aus erneuerbaren Energien und Energiesparmaßnahmen investiert das Unternehmen in weltweite Klimaschutzprojekte. Bei der Betrachtung der eigenen Lieferkette seien die Ziele am schwierigsten zu erreichen, kommentiert Leidecker. Dort werde alles betrachtet, von der Produktidee über den Materialtransport bis zur Auslieferung unserer Produkte und der Nutzungsphase beim Kunden. Eine der größten Herausforderungen sieht man im Unternehmen in der Transparenz der Daten und der Allokation der Emissionen auf die Verursacher entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Wir brauchen dabei Daten aus der tatsächlichen Produktion und Daten, bis zurück auf die Kupfer-Gewinnung“, so der COO.





